Neues Gärrestelager und Gasspeicher / Formfehler blockierte Ausbau

Behördenärger um Erweiterung: Biogasanlage in Tiddische wird 4,6 Hektar groß

Die Biogasanlage in Tiddische soll möglichst bald erweitert werden. Auf mehr als drei Hektar zusätzlicher Fläche soll ein neues Gärrestelager sowie ein größerer Gasspeicher entstehen.
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Die Biogasanlage in Tiddische soll möglichst bald erweitert werden. Auf mehr als drei Hektar zusätzlicher Fläche soll ein neues Gärrestelager sowie ein größerer Gasspeicher entstehen.

Tiddische. Nach langem Kämpfen scheint Heiko Lehn es bald geschafft zu haben: Er kann seine Biogasanlage an der Hoitlinger Straße in Tiddische voraussichtlich im nächsten Jahr erweitern.

Ab 2020 gilt die neue Düngeverordnung, bis dahin müssen die in ihr geforderten Normen umsetzbar sein. „Ich versuche, mich daran zu halten“, sagt Lehn, der Betreiber der Tiddischer Biogasanlage, im IK-Gespräch. Für Betriebe wie seinen sieht die neue Verordnung eine grundlegende Änderung vor: Statt wie bisher sechs muss er die Gärreste nun neun Monate lagern. Dafür will er ein neues Lager bauen, inklusive Tragluftdach, Abtankplatz und Gasspeicher. „So kann man an den Markt angepasst arbeiten und falls nötig Gas vorhalten“, erklärt er. Der neue Gasspeicher soll die Lagerkapazität auf 12 000 Kubikmeter verdreifachen, die Gärrestelagerkapazität soll sogar auf 11,5 Tonnen verfünffacht werden. Aber dafür braucht Lehn Platz. Das derzeitige Sondergebiet umfasst 1,3 Hektar, soll aber auf 4,6 Hektar vergrößert werden.

„Ich habe frühzeitig auf die Düngeverordnung reagiert“, berichtet Lehn, „und direkt mit den Behörden zusammengearbeitet.“ Ursprünglich habe er ein Gaslager an der Feldmark errichten wollen, aber bei der Beratung mit den Behörden habe man ihm gesagt, dass man es lieber direkt an der Anlage sehen würde. Das war vor fünf Jahren, seit vier Jahren hofft er nun auf das neue, größere Sondergebiet.

Mitte März hatte die Samtgemeinde eigentlich schon über die Änderung des Flächennutzungsplans abgestimmt. Auch der für die Änderung nötige Genehmigungsantrag wurde beim Landkreis Gifhorn gestellt. „Während der Prüfung dieses Antrages stellte sich heraus, dass in der Bekanntmachung ein Formfehler aufgetreten ist“, berichtet Norbert Wilhein vom Bauamt der Samtgemeinde. So seien in der Veröffentlichung zwar ein Umweltbericht und ein Plan zur Landschaftspflege aufgeführt wurden, es fehlten aber gesonderte Hinweise auf Belange des Vogelschutzes und weiterer Schutzgüter. Hinzu kam noch, dass keine Ausgleichsfläche zur Verfügung stehe. „Somit muss eine neue Fläche vom Antragsteller bereitgestellt werden, was eine erneute öffentliche Auslegung erforderlich macht“, erklärt Wilhein.

Lehn ärgert sich über solche Verzögerungen. „Ich habe alle Auflagen von vornherein erfüllt“, sagt er, „aber durch die Bürokratie zieht sich das ganze Verfahren.“ Mehrauflagen und die mehrfache Abfertigung bestimmter Vorgänge seien frustrierend. „Teilweise ist alles unter Dach und Fach und es fehlt nur eine Unterschrift. Durch die Dienstwege dauert das dann aber sieben Monate“, echauffiert sich Lehn. Dabei sieht er die Schuld aber nicht etwa bei der Samtgemeinde Brome: „Die halten sich nur an die Bestimmungen von weiter oben und die bremsen die ganze Wirtschaft aus.“

Aber mittlerweile nähert man sich wohl dem Ende des langwierigen Verfahrens. Ende September hatte der Samtgemeinderat den im März gefassten Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans aufgehoben und das weitere Vorgehen beschlossen. Derzeit suchen Lehn und die Samtgemeinde eine Ersatzausgleichsfläche, anschließend ist eine erneute öffentliche Auslegung nötig. Die entsprechenden Genehmigungsunterlagen können noch bis Ende November im Bromer Samtgemeinderathaus eingesehen werden. „Anfang 2019, wohl spätestens im Frühjahr kann ich mit den Arbeiten beginnen“, hofft Lehn. „Wenn nicht noch etwas dazwischen kommt.“

Von Dennis Tesch

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