Brome: Landkreisverwaltung sichert altes Gebäude mit Balken ab / Schandfleck an Hauptstraße

Bausubstanz marode, Abriss zu teuer

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Das Haus an der Hauptstraße Nr. 9 in Brome hat die Kreisverwaltung zur Straße hin mit Balken absichern lassen. Die Kosten in Höhe von 18 000 Euro hat der Kreis vorgestreckt.

Brome. Bisher galt die Hauptstraße in Brome generell nicht gerade als Vorzeigestück. Doch seit kurzem bildet das Haus Nummer 9 einen richtigen Schandfleck. Das Gebäude gilt als einsturzgefährdet. Daher gab es vom Landkreis Gifhorn eine Auflage.

Da sich die Besitzerin so gut wie gar nicht um das Haus zu kümmern scheint, hatte der Landkreis nun gehandelt.

Das alte Gebäude wurde durch einen Teilabriss im Innenhofbereich sowie durch eine umfangreiche Balkenabstützung zur Straße hin gesichert. Kosten: 18 000 Euro. „Ich vermute, dass der Kreis zunächst das Geld von der Eigentümerin zurückverlangen wird oder notfalls die Kosten im Grundbuch festschreiben lässt“, mutmaßt Verwaltungsvertreter Harald Paul. Ein Abriss wäre zu teuer geworden, sodass das Gebäude nun so gesichert wurde, dass es nach vorne zur Straße nicht einstürzen könne. „Auf der westlichen Seite wurde das Mauerwerk soweit abgetragen, dass dieses auch tragbar ist“, informiert Paul. Fatal: Im Innenbereich des Hauses wurden tragende Balken entfernt, sodass die Statik noch obendrein eingeschränkt wurde. Die Crux an der Sache: Der Erhaltung des Gebäudes ist generell nicht möglich.

Paul: „Die Bausubstanz ist alt. 25 Jahre lang wurde nichts an dem Haus gemacht.“ Wie Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert sagte, habe der Flecken lediglich einen symbolischen Kaufpreis anbieten können. „Aber bis heute haben wir keine Antwort von der Besitzerin erhalten“, bedauert Paul. Die derzeitige Situation sei auf gar keinen Fall ein Dauerzustand – weder der Gehweg noch die Parkplätze können genutzt werden.

„So, wie das Haus jetzt dasteht, hätte es nie passieren dürfen“, moniert CDU-Ratsherr Adolf Müller. Auch Borchert ist von dem Anblick alles andere als begeistert, aber der Kreis habe handeln müssen. Auch Lothar Hilmer (SPD) ist überzeugt: „Dort zu leben, muss eine Katastrophe gewesen sein.“ Nach Angaben von Sozialdemokrat Dietrich Schaefer sind die letzten Bewohner kurz vor Ostern 2015 ausgezogen. Seitdem habe das Gebäude leer gestanden.

Von Carola Hussak

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