Schmackhafte Obstbäume locken Nager an / Draht schützt weitere Exemplare

Baum-Buffet für Biber bei Brome

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Einige Bäume der Streuobstwiese wurden vom Biber angenagt, die restlichen werden nun mit Draht geschützt.

Brome – „Der Biber hat die Streuobstwiese entdeckt“, berichtet Gerd Blanke gegenüber dem IK. So haben sich die eifrigen Nager an einigen Apfelbäumen am Altendorfer Kirchsteig in Brome zu schaffen gemacht. Dafür wurde Abhilfe geschaffen.

Die charakteristischen Bissspuren lassen keinen Zweifel daran, wer den Apfelbaum in Brome gefällt hat. 

Für die Tiere ist der Weg vom Ohresee zur Streuobstwiese nicht allzu weit, und das weiche Holz der Obstbäume locke die Biber an. „Wenn viele Weichhölzer da sind, dann nimmt der Biber das Angebot gerne an“, sagt der Biber-Experte. Das Holz schmecke den Tieren, darum legen sie die Bäume um. „Biber können ja nicht klettern“, sagt Blanke. Allerdings könnten die Tiere nicht nur Weichhölzer annagen. Dadurch, dass ihre Zähne stetig wachsen, müssen sie auch immer wieder Hartholz essen.

Das bestätigt auch Dr. Oskar Kölsch von der Aktion Fischotterschutz im IK-Gespräch. Nach seinen Angaben kann das Verhalten der Bromer Biber darauf hinweisen, dass am Fluss selbst zu wenige Weiden stehen, an die der Biber sonst bevorzugt gehe. Wenn er dort zu wenige Weiden vorfinde, mache er sich gerne an die Obstbäume mit ihrem schmackhaften, weichen Holz heran.

Das weiß auch Blanke, und deshalb hat er zusammen mit dem Naturschutz Bromer Land im letzten Jahr 20 Weiden am Ufer gepflanzt. Dem Biber gefiel das anscheinend. „Zwei haben nicht einmal die erste Nacht geschafft und wurden sofort angenagt“, berichtet Blanke. Die restlichen seien mittlerweile aber gut angewachsen.

Um die Streuobstwiese vor weiteren Biber-Attacken zu schützen, hat Blanke zusammen mit dem Gemeindearbeiter die Bäume mit Draht umwickelt. Außerdem haben die beiden Leisten um die Bäume gesetzt, damit die Tiere sich nicht durchgraben. „Das hat sich bewährt“, meint Blanke. „Seitdem habe ich keine Bissspuren mehr gesehen.“

VON DENNIS TESCH

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