Spatenstich für Ortsumgehung Oebisfelde / Hohe Bedeutung der B 188 als Ost-West-Verbindung

Bauen im Drömling ist schwierig

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Eine ungewöhnliche Art für den Baustart hatte sich das Bauunternehmen ausgedacht: Die Politiker drückten einen Knopf und setzten so einen Probepfahl für die Gründung der Brücke in Gang.

Oebisfelde. Den ersten Spatenstich für den zweiten Abschnitt der Oebisfelder Ortsumgehung vollzogen die Bauarbeiter durch eine besondere Art: Mit dem Bohrpfahlgerät wurde jetzt ein Probepfahl für die Gründung der zukünftigen Brücke über den Haubegraben in die Erde gebracht.

Diesem Festakt wohnten zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie einige Bürger aus den umliegenden Orten bei.

Uwe Langkammer bedankte sich für die bisherige gute Zusammenarbeit mit den Behörden und Institutionen in der Bauvorbereitungsphase, die es nun ermöglicht, mit dem Bau des zweiten Abschnittes der neuen Ortsumgehung zu beginnen. Der Präsident der Landesstraßenbaubehörde bat die Anlieger trotz Freude und verständlichem Optimismus um Verständnis: „Die Realisierung eines Projektes in dieser Größenordnung wird trotz aller Bemühungen und Vorkehrungen zu einigen Behinderungen im Straßenverkehr und Lärmbelästigungen führen.“

Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Struktur, betonte: „Die Landesverwaltung hat mit der Umgehungsstraße zur B 188, die parallel zur ICE-Trasse verläuft und eine moderne Infrastrukturpolitik verwirklicht, eine ausgezeichnete Planungsarbeit geleistet.“ Das Gebiet sei durch die jahrzehntelange Teilung Deutschlands zur größten autobahnfreien Region Deutschlands geworden. Deshalb werden auf ostdeutschem Gebiet die A 14 und auf niedersächsischem Gebiet die A 39 gebaut und später verbunden, um die volle Leistungskraft für die gesamte Region entwickeln zu können. Die B 188 spielt dafür eine wichtige Rolle, weil sie zukünftig die südliche Verbindung zwischen diesen beiden Autobahnen ist und sowohl als Ausweichstrecke für die A 2 als auch für den Zulieferer- und Personenverkehr von wesentlicher Bedeutung sein wird. „Jeder Cent, den wir hier an öffentlichen Gelder investieren, ist gut angelegt“, so Enak Ferlemann.

„Die B 188 ist die wichtigste Ost-Westverbindung von Berlin durch Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen. Mit der neuen Ortsumfahrung machen wir diese Bundesstraße noch leistungsfähiger und entlasten Oebisfelde mit den angrenzenden Gemeinden vom Durchgangsverkehr“, betonte der sachsen-anhaltinische Verkehrsminister Thomas Webel beim Baustart.

Als UWG-Stadtrat Klaus Gerike aus Buchhorst spontan einen Leitpfosten mit der Frage, wann denn die L 22 ausgebaut werde, in die Höhe hielt, bat der Minister um Verständnis: „Im Drömling gibt es ein Problem, wenn man den Straßenbau voranbringen möchte. Eigentlich darf der Naturpark gar nicht befahren werden und deshalb können Baumaßnahmen nicht aus dem Bauch heraus entschieden werden, sondern bedürfen einer sehr gründlichen Planung, bei der viele Bedingungen und Voraussetzungen zu beachten sind. So muss zum Beispiel für den Verkehr eine Umleitungsstrecke mit der Sperrkommission festgelegt werden.“

Oebisfelde lag früher im Sperrgebiet und aus strategischen Gründen durften keine Straßen in das Sperrgebiet gebaut werden. Die vorhandenen Straßen waren nach der Wende nicht für zunehmenden Verkehr ausgelegt. „Deshalb haben wir in dieser Region berechtigter Weise ein großes Interesse an vernünftigen belastungsfähigen Straßen“, so Thomas Webel, der eine zeitnahe Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes wünschte.

Von Renate Heinze

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