UNESCO-Anerkennung für 2022 vorgesehen

Biosphärenreservat Drömling freut sich über vier neue Partnerbetriebe aus dem Gifhorner Raum

Vier Betriebe wurden auf Burg Brome ausgezeichnet.
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Die Auszeichnung als Partnerbetrieb des länderübergreifenden Biosphärenreservats Drömling sorgte bei Funktionären und Betrieben in Brome für gute Stimmung.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Brome – Auf dem Bromer Burghof hatten sich Donnerstag Nachmittag (15. April) Vertreter von heimischen Institutionen und Betrieben, sowie Funktionäre aus der Politik versammelt: Vier Betriebe aus der Region wurden mit dem Zertifikat „Partnerbetrieb des Drömlings“ ausgezeichnet. Die Zukunftsvision des vermutlich im kommenden Jahr anerkannten länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats soll mit der Vernetzung vorangetrieben werden.

Die Burg Brome war nicht ohne Grund Gastgeber, denn sie wurde neben der Südheide Gifhorn GmbH, dem Landwirtschaftsbetrieb Hildebrandt aus Rühen und der Autorin und Künstlerin Nicole Schaa aus Wolfsburg ausgezeichnet. Bei allen Beteiligten sorgte das für große Freude, werden die Vertreter der Unternehmen doch zukünftig Botschafter der Nationalen Naturlandschaften sein. „Vergangenen Mai wurde das Partnerprogramm ins Leben gerufen, im Juli erfolgte die Auswahl aus vielen tollen Bewerbungen“, sagte Landrat Dr. Andreas Ebel. Die Betriebe wurden nach bundesweit einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards ausgezeichnet. Dabei wurde ihr Engagement rund um Natur und Umwelt gewürdigt und sie haben die Chance, ihre Region zu stärken. Ein weiteres Ziel ist die enge Zusammenarbeit unter den Akteuren, die eine nachhaltige Regionalentwicklung nach sich ziehen soll. Ebel: „Es freut mich, dass wir hier viele unterschiedliche Bereiche sehen, die als Partnerbetrieb infrage gekommen sind.“

Ulf Stautmeister, der stellvertretende Leiter des Biosphärenreservats Drömling, freute sich nicht nur über die neuen Partnerbetriebe, sondern nutzte auch die Zeit: er berichtete von dem aktuellen Stand der UNESCO-Anerkennung. „Ende dieses Jahres soll der Antrag noch nach Paris gehen.“ Bis dahin wird eine zwölfköpfige Kommission im nächsten Monat zur Bereisung des Drömlings erwartet. „2022 soll die Anerkennung des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats dann soweit sein.“ Aber weil eine solche Modellregion die Naturlandschaft Drömling bei Weitem übersteigt, soll mit der Auszeichnung von Partnerbetrieben die regionale Marke weiter gestärkt werden. In Sachsen-Anhalt wurden bereits einige Partnerbetriebe ausgezeichnet. Nun also auch auf niedersächsischem Grund. Stautmeister nannte beispielsweise die Spreewald-Gurken als Marken-Positionierung als Vorreiter-Beispiel. „Wieso sollte beispielsweise dem Drömlingsrind eine ähnliche Positionierung nicht ebenfalls gelingen?“ Stautmeister wünschte sich, dass zukünftig noch viele weitere Partnerbetriebe dazu kommen.

Auch Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann griff das Potenzial des Drömlings auf. „Wir brauchen Menschen, die solche Ideen forttragen, denn der Mensch und die Natur gehören untrennbar zusammen.“ Das Biosphärenreservat könne Identität schaffen. „Vor noch nicht so langer Zeit stand zwischen den beiden Regionen ein Zaun.“ Mit dem länderübergreifenden Biosphärenreservat könnten die Regionen auf eine weitere, ganz neue Art vernetzt werden.

Auch die Gesichter hinter den zertifizierten Betrieben freuten sich über diese Chance. Sabine Hildebrandt aus Rühen sagte: „Ich lebe seit 64 Jahren im Drömling, und mit unseren Mutterkühen haben wir uns schon früh dem Umweltschutz verschrieben.“ Die Auszeichnung bedeute dem Familienbetrieb sehr viel. Tochter Sina Hildebrandt, die ebenfalls auf dem Hof eingestiegen ist, ergänzte: „Wir machen das mit Leib und Seele.“

Sowohl Südheide-Geschäftsführer Jörn Pache als auch Burg-Leiter Dr. Florian Westphal freuten sich über das Zertifikat. Westphal hämmerte das Schild sogleich an das Burggemäuer.

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