Aktion Fischotterschutz plant Turm und Steg für Touristen an den Ohreseen / Natur und Tiere im Blick

Aussicht kommt im Oktober

An den Ohreseen in Brome soll ein Aussichtsturm Touristen ermöglichen, die Natur zu beobachten. Außerdem ist ein Aussichtssteg geplant, der Einblicke in die Welt des Bibers gewährt. Fotos: Hussak/Täger

Brome. Bis Ende Oktober soll der Aussichtsturm an den Ohreseen in Brome stehen. Dennoch äußert Lioba Palenberg, Koordinatorin für das Projekt bei der Aktion Fischotterschutz, Bedenken: „Es könnte zeitlich etwas knapp werden. Die Ausschreibung und die Baugenehmigung liegen an.

Gewisse Fristen bei der Ausschreibung müssen eingehalten werden und dann hängt es noch davon ab, wie die Firmen das zeitlich schaffen. “.

Ein Naturlehrpfad ist im Zuge des Ohre-Projektes schon entstanden.

Parallel zum Aussichtsturm plant die Aktion Fischotterschutz auch einen Aussichtssteg, von dem aus Naturliebhaber nicht nur einen Blick auf die Fläche haben, sondern auch den Biber beobachten können. Der Aussichtsturm bietet dem Beobachter auf einer Höhe von vier bis fünf Metern den Blick auf das Gewässer und die Grünflächen. Wie Palenberg gegenüber dem IK erläutert, handelt es sich bei den beiden Vorhaben um einen weiteren Baustein des Ohre-Projektes. Der Flecken Brome und die Angelvereinigung Aller-Ohre-Drömling haben bereits einen Naturlehrpfad am Mühlenteich errichtet. „Dort kann man nicht nur keschern, sondern auch das Leben im Wasser beobachten. Diverse Tafeln geben weitere Informationen“, erläutert Palenberg. Die drei Projekte umfassen einen Förderrahmen von 320 000 Euro.

Hauptziele des Ohre-Projektes sind der Erhalt und die Entwicklung der FFH-Gebiete Ohreauen als Teil des überregionalen Biotop- und Landschaftsverbundes „Grünes Band“, das Naturerleben von Fischotter und Biber durch Einrichtung von Begegnungspunkten für Touristen und Erholungssuchende ermöglicht. Sowohl auf niedersächsischer als auch auf sachsen-anhaltinischer Seite sollen die Ohre und ihre Auen als Lebensraum und Verbreitungskorridor wandernder Tierarten wie Fischotter und Biber erhalten werden. Dazu zählt auch die Entwicklung eines hohen Grundwasserstandes und die Überschwemmungsdynamik des Fließgewässers.

Auf der Internetseite des Otter-Zentrums heißt es, dass das Naturerleben von Fischotter und Biber in ihren natürlichen Lebensräumen durch eine aktive Lenkung von Touristen und Erholungssuchenden in ökologisch nicht sensible Bereiche durch verschiedene Infrastruktureinrichtungen ermöglicht werden soll. Einerseits sollen die Tiere durch aktive Lenkung der Touristen ihre Ruhe- und Rückzugsbereiche behalten, andererseits die Bedürfnisse der Menschen nach Zugang und Erleben der Natur in Einklang gebracht werden. Zudem wird das Thema „ehemalige innerdeutsche Grenze“ und Ohre als ehemaliger Grenzfluss in Teilbereichen wieder sichtbar und erlebbar gemacht. Insgesamt werden damit Erlebnisangebote geschaffen, die Kultur und Natur unter dem Fokus des „Grünen Bandes“ verbinden und den Erlebnis- und Erholungswert der Landschaft erhöhen.

Von Carola Hussak

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