Helferkreis Ehra-Lessien erhält Infos über Stand der Dinge im Camp / Wenig Aktivitäten für Bewohner

Aus Aufnahmelager wird Wohnanlage

Der Helferkreis, der sich 2015 in Ehra-Lessien gründete, besteht nach wie vor. Während des jüngsten Stammtisches wurde die Bereitschaft deutlich, auch die Neuankömmlinge in der Wohnanlage zu unterstützen. Foto: Michalzik
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Der Helferkreis, der sich 2015 in Ehra-Lessien gründete, besteht nach wie vor. Während des jüngsten Stammtisches wurde die Bereitschaft deutlich, auch die Neuankömmlinge in der Wohnanlage zu unterstützen.

mi Ehra-Lessien. Aus dem Aufnahmelager, der Notunterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes im Wald bei Lessien, wird eine ansehnliche Wohnanlage für Flüchtlinge.

Die Wohnungsknappheit im Landkreis Gifhorn habe dazu geführt, dass sechs Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Vorzeigecamps angemietet wurden, um anerkannte Bewerber angemessen unterzubringen: Das teilte der Abteilungsleiter in der Ausländerbehörde, Dirk Spieß, mit, als sich der Helferkreis der Ehrenamtlichen im Gemeindehaus in Ehra versammelt hatte.

Der Vertrag sei zunächst bis Ende September 2018 befristet, erklärte Spieß. Doch sei davon auszugehen, dass die Bewohner länger als in der Notunterkunft im Ort blieben, was für mehr Nachhaltigkeit in der begleitenden Betreuung, wie etwa Sprachunterricht oder Hausaufgabenhilfe, sorge. Eine Heimleiterin, eine Sozialarbeiterin und ein Hausmeister betreuten die Menschen, die in Lessien eine Unterkunft gefunden haben.

Agnes Liebmann ist Chefin in der Wohnanlage. Sie war bereits bei der Erstauflage des Camps für die Kleiderkammer zuständig. Sie berichtete von derzeit 42 Bewohnern, die nett, zuvorkommend und engagiert seien, doch den Mangel an Aktivitäten beklagten. Sie stammten aus den Jahrgängen 1961 bis 1998 und kämen aus etlichen Nationen. Zwei Paare seien untergebracht und eine hochschwangere Frau. Wöchentlich kämen Gruppen von Flüchtlingen hinzu, zwischen 10 und 27 Personen. Sie blieben solange, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist.

Die Sozialarbeiterin Catharina Dunkel berichtete von ihren vielfältigen Tätigkeiten; Betreuung in sozialen Fragen, Vorbereitung auf Unterricht, Transfer vom Camp zur Bushaltestelle, Begleitung bei Arztbesuchen oder beim Einkaufen und vieles mehr. Samuel Loos von der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen (LEB) vertrat die Bildungseinrichtungen im Landkreis, die sich vor allem um den Deutschunterricht für Flüchtlinge kümmern. Er stellte die neuen Förderrichtlinien vor, die den Handlungsspielraum und die Möglichkeiten für Lehrer und Schüler erheblich erweitern.

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