„Arbeit und ganz viel Zusammenhalt“

Waldschule Tülau/Voitze: Verantwortliche blicken auf das Corona-Halbjahr

In der Waldschule Tülau/Voitze haben Lehrer, Schülern und Eltern in den vergangenen Wochen ganz viel Zusammenhalt erlebt. Foto: archiv
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In der Waldschule Tülau/Voitze haben Lehrer, Schülern und Eltern in den vergangenen Wochen ganz viel Zusammenhalt erlebt. 

Tülau/Voitze – Diese zweite Hälfte des Schulhalbjahres werden wohl weder Schüler noch Lehrer vergessen. Die Corona-Krise hat den Alltag in den deutschen Schulen ziemlich durcheinandergewirbelt.

Auch in der Grundschule Tülau/Voitze ist nun ganz viel auf den Kopf gestellt worden. Aber trotzdem nehmen die Verantwortlichen auch viel aus dieser Zeit mit.

Urte Lübke, Schulleiterin in Tülau/Voitze.

Das Schuljahr ist nun fast vorbei, die Sommerferien stehen bereits vor der Tür. Und damit endet ein Schuljahr, dessen letzte Monate so ganz anders waren als sonst. Von der vorübergehenden Schulschließung zu einem eingeschränkten Unterricht. Von Homeschooling und der Erkenntnis, das zumindest in der Waldschule Tülau/Voitze die Lehrer, Schulkinder und Eltern zu einem Team zusammengeschweißt worden sind – enger, als der normale Schulalltag das gefördert hätte.

Das hat zum Einen mit den Schülern zu tun: „Die Kinder haben sich wirklich super verhalten und uns ganz toll geholfen“, sagt die Schulleiterin Urte Lübke. Die Schüler haben sich auf die veränderte Situation eingestellt – Angst zur Schule zu kommen, die habe keiner gehabt. Auch die Kleinsten nicht. „Da geht auch ein großer Dank an die Eltern, die viel vorbereitet und mitgearbeitet haben.“ Das hält sie nicht für selbstverständlich.

Aber natürlich ist es auch eine anstrengende Zeit, die auch von Lübke und ihren Kollegen viel abverlangt hat. „Die Ausarbeitung von den Plänen, die für die aus gesundheitlichen Gründen zuhausegebliebenen Kinder verteilt werden, die kosten ganz viel Arbeit.“ Sollte irgendwann der Schulalltag wiederkommen, dann wird Lübke das nicht vermissen – auch wenn im Moment noch niemand so recht weiß, wie es nach den Sommerferien weiter gehen wird.

Den Rhythmus, dass die Kinder alle zwei Tage anwesend sein sollen, findet die Schulleiterin „sehr gut“. Es seien dann verlängerte Hausaufgaben, an die man anknüpfen könnte. Manchmal, das sagt Lübke auch, muss sie aber auch selbst kurz überlegen, welche Gruppe im Klassenraum auf sie wartet. „Man kommt in bestimmten Situationen durcheinander.“

Aber der alltägliche Anschauungsunterricht fehlt in vielen Bereichen, da stimmt ihre Kollegin Bianca Scholz zu. „Da erinnert man sich erst, dass man nicht auf Objekte zum Anfassen zurückgreifen kann.“ Plötzlich müssen Worte reichen. Dinge sind, ohne Hilfsmittel plötzlich viel schwieriger zu erklären. „Erklären Sie beispielsweise einem Kind die Bedeutung von ‘Ansicht’ bei Häusern. Das ist gar nicht so leicht.“ Im Englisch-Unterricht wird viel gesungen, auch das geht im Moment nicht.

Lübke und ihr Team blicken nun auf die Verabschiedung der Viertklässler in zwei Wochen. Die anderen Jahrgänge werden die Schüler der 4. Klasse nicht verabschieden können. „Es wird anders sein“, weiß auch die Schulleiterin. Aber in diesem Jahr nimmt das Abschiednehmen in der Waldschule eine ganz andere Bedeutung ein. „Im Unterricht bereiten wir seit einiger Zeit in einer Abschiedsstunde alles für den Tag vor“, erklärt Scholz. Ganz intensiv beschäftigen sich die Kinder mit Erinnerungsbüchern und anderen kleinen Basteleien. Es ist ein längerer Prozess, in dem die Lehrer die Kinder begleiten. „Und das ist ganz anders und ganz prägend“, sagt auch die Schulleiterin. Dieses Halbjahr wird wohl in der Waldschule nicht so schnell vergessen werden. VON HILKE BENTES

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