Bau- und Umweltausschuss befürwortet „Gärrest-Lagune“ / Diskussion über Eingriff in Naturhaushalt

Anlage in Benitz wird erweitert

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Die Biogasanlage in Benitz wird um eine „Gärrest-Lagune“ erweitert. Das befürwortete der Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung.

Brome/Benitz. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen werden geschaffen, damit eine „Gärrest-Lagune“ als Erweiterung der bestehenden Biogas-Anlage in Benitz ermöglicht wird.

Das empfahl der Bau- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Brome einstimmig in seiner Sitzung am Mittwoch in der Aula der Bromer Grundschule. Zwar wies Gerhard Borchert (CDU) darauf hin, dass eine derartige Speicherung heutzutage unerwünscht, möglicherweise sogar nicht mehr zulässig sei. Doch der Ausschussvorsitzende Peter Albrecht (SPD) stellte klar, dass über derartige Details erst in einem folgenden Bebauungsplanverfahren zu befinden sei.

Die empfohlene Änderung des Flächennutzungsplanes für die Biogasanlage Benitz über 8500 Quadratmeter ermöglicht deren östliche Ausweitung. Beansprucht wird – neben einer Teilfläche der bestehenden Anlage – intensiv genutzte Ackerfläche. Diese Flächen sind üblicherweise durch menschliche Nutzung geprägte Lebensräume mit regelmäßiger Bodenbearbeitung, Pestizid- und Düngemitteleinsatz und monostrukturellem Aufbau.

Der Eingriff in den Naturhaushalt, der mit der Bebauung einhergeht, bringt Beeinträchtigungen mit sich, hieß es. Vor allem die Flächenversiegelung und die Bodenverdichtung seien zu erwähnen. Betroffen seien besonders Boden und Wasser, aufgrund der Kleinräumigkeit weniger Luft und Klima und – aufgrund der niedrigen Bauhöhe – auch weniger das Orts- und Landschaftsbild. Die Anlagenerweiterung diene der Sicherstellung der Energieerzeugung mit nachwachsenden Rohstoffen und dem verbesserten Gundwasserschutz und sei damit nachhaltig und ökologisch sinnvoll, betonte die Verwaltung in ihrer Vorlage.

Ausgeglichen werde ein Teil des Eingriffs in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild durch die Bepflanzung der Randverwaltung mit standortheimischen Gehölzen. Zudem soll im Umfeld eines Teiches am südlichen Ortsrand von Benitz Ersatz geschaffen werden, indem eine Pufferzone gegenüber dem angrenzenden Acker durch dauerhaftes Extensiv-Grünland und einer Feldhecke entsteht.

Von Seiten der Behörden Träger öffentlicher Belange gab es kaum Einwände gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes. Was an Fragen auftauchte, hatte die Verwaltung bereits in den Beschlusstext eingearbeitet. Die 39. Änderung des Flächennutzungsplanes wurde somit nicht weiter diskutiert und von den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses einstimmig empfohlen. Sobald der Rat der Samtgemeinde Brome seine Zustimmung gibt, kann sie in Kraft treten.

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