Neuauflage des zwanglosen Treffens für US-Cars und Oldtimer in Wolfsburg erfolgreich

Die Amerikaner sind zurück

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Mit rund 40 Fahrzeugen gab es eine bunte Mischung aus Marken, Modellen und Baujahren zu sehen.

Wolfsburg. Was in den späten 80er Jahren auf der ehemaligen „Wache Ost“ begonnen und Anfang der 90er geendet hatte, fand nun einen Neubeginn: Ein zwanglose Treffen für US-Cars und Oldtimer aller Art.

Seit Juli 2017 finden sich an jeden 1. Sonntag im Monat ab 15 Uhr die Liebhaber alter US-Klassiker und anderen Oldtimern auf dem Parkplatz an der Heinrich-Nordhoff-Straße in Wolfsburg ein. So auch am 6. August. Mit rund 40 Fahrzeugen gab es eine bunte Mischung aus Marken, Modellen und Baujahren zu sehen. Alles lief wie damals frei nach dem Motto: Kommen, dazustellen, dabei sein. Und sie kamen. Teilweise stiegen ganze Familien aus den Autos - auch wie damals.

Stephen Hoppe aus dem Landkreis Helmstedt rollte mit seinem KITT-Replika auf den Platz. Vermutlich die beste Kopie des Filmwagens in Europa, so die Meinung der Szene. Der schwarze Wagen ist bekannt aus der 80er Jahre TV-Serie „Knight Rider“. Mit unglaublicher Energie und Leidenschaft verwirklichte sich Hoppe mit dem Umbau seines Pontiacs einen Kindheitstraum.

Ein sehr seltenes Fahrzeug auf der gleich Pontiac-Firebird-Basis besitzt Dennis Gerstel aus Wolfsburg: Einen von nur 150 gebauten Tojan GT. Die Firma Knudsen Automotive aus Omaha/Nebraska hatte die Coupes im Zeitraum von 1985 bis 1991 mit auffälligen Verbreiterungen aus Kunststoff versehen. Gerstel ist nicht nur stolz auf seinen Wagen, sondern selbstverständlich auch begeisteter US-Car Fahrer. Zum Treffen meint er: „Es ist immer wieder toll, wenn alle dieselben Interessen haben“

Genau wie damals, schaute auch wieder eine Polizeistreife vorbei und bewunderte im Vorbeirollen die ausgestellten Fahrzeuge. Ein originales US-Police-Car, kam leider erst viel später auf dem Parkplatz gerollt. Ein Vergleich wäre sicher interessant gewesen.

Zwischen einem Dodge „Doctors Coupe“ und einem Camaro aus den 90er Jahren fand sich auch ein Goggomobil aus der Zeit des Wirtschaftswunders wieder. Auf den ersten Blick hätte der deutsche Kleinstwagen glatt in den Kofferraum des Chrysler New Yorker passen könnten, der unweit daneben geparkt hatte. Der riesige Zweitürer präsentierte beeindruckend das automobile Größenverständnis der frühen 70er. Die aufgemalten Parkstreifen auf dem Asphalt machten es noch deutlicher. Der Wagen belegte vier Parkplätze – sicherheitshalber.

Moderne Chevy Camaros, Corvettes und Dodge Charger mischten sich unter alten VW-Käfern, Pick-Ups und einem Opel Rekord Kombi. Ein Cadillac Fleetwood Brougham dokumentierte den „Standard of the World“, Anspruch und Slogan des Herstellers aus Detroit. Zwei seltene Buick Skylark aus den 60ern standen in der Sonne und einige Pontiac-Modelle der gleichen Ära glänzen mit ihnen um die Wette. Viel rares Blech von jenseits des großen Teiches.

Auch motorisierte Zweiräder gab es zu bewundern. Mathias Große kam mit seinem Simson S 51 Cafe‘Racer-Umbau von Rümmer herübergefahren. Der gelernte Karosseriebauer hat an seinem Mokick kaum etwas so gelassen, wie es einmal war. „Der Tank kommt von einer Zündapp KS 50. Ich habe den Tankstutzen der Simson hineingeschweißt, damit der Deckel passt.“ Auch das Heck hat er selbst gebaut. Zum DDR-Moped gesellte sich ein alter Trabbi Kombi. Auch er nicht mehr im Originalzustand, sondern hat u.a. mit Weißwandreifen und matten Lack etwas „customizing“ bekommen.

Unter den Besuchern gab es auch einige „Urgesteine“, die schon als Teilnehmer die alten Zeiten auf der Wache Ost miterlebt hatten. Hartmut Frank ist einer von ihnen. Er kam mit Sohn Steve, der damals noch im Körbchen auf der Rückbank eines Pontiac Firebird mitgefahren ist. Heute fährt er selbst Ami -einen Jeep Cherokee. Benzingespräche, Erfahrungs- und Kontaktaustausch in entspannter Atmosphäre umgeben von glänzenden Karossen. So kann es also weitergehen, in Wolfsburg. Die nächste Generation hat das Steuerrad übernommen.

Von Tobias Tantius

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