Mitarbeiter der Betreuungsfirma werden heute erwartet / Flüchtlinge ziehen kommende Woche ein

Alte Lessiener Kaserne wird bezogen

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Heute werden die Mitarbeiter von European Homecare auf dem alten Militärgelände in Lessien erwartet.

js Lessien. Der Bezug der ehemaligen Kaserne in Lessien beginnt: Heute werden drei Mitarbeiter von European Homecare auf dem Gelände erwartet.

Der Sozialdienstleister, wie sich das Unternehmen selbst bezeichnet, wird ab kommenden Montag, 8. Juni, die ersten Flüchtlinge und Asylbewerber in dem ehemaligen Militärkomplex betreuen.

„Wir erwarten zunächst 45 Menschen, die wir in Lessien unterbringen“, sagt Gifhorns Erste Kreisrätin Evelin Wißmann. European Homecare – die Essener Firma ist auch in den Unterkünften im Gifhorner Clausmoorhof und in Meinersen tätig – wird in Lessien einen Hausmeister sowie zwei Sozialarbeiter stellen. Sukzessive sollen dort 220 Menschen eine Heimat auf Zeit finden.

Zuvor haben in den vergangenen Wochen Handwerksbetriebe aus dem Landkreis drei ehemalige Kasernentrakte in einen bewohnbaren Zustand gebracht. Wißmann lobt die Flexibilität der eingesetzten Unternehmen. Kurzfristig hätten sie andere Aufträge zurückgestellt, um in Lessien tätig zu werden, so die Kreisrätin.

Zurzeit seien die Handwerker mit dem Feinschliff beschäftigt, so Wißmann. Auch müsse noch eine Küche aufgebaut werden. Die Unternehmen haben unter anderem auch für getrennte Duschräume gesorgt. Die gab es während des Kasernenbetriebs durch die Bundeswehr noch nicht. Unterm Strich kostet die Reaktivierung von drei Gebäuden 1,3 Millionen Euro. Ein vierter Komplex werde als Lager genutzt und müssen nicht saniert werden, berichtet Wißmann.

Bis Ende des Jahres rechnen die Verantwortlichen im Gifhorner Kreishaus damit, dass 1974 Menschen im Landkreis untergebracht werden müssen. Insoweit reichen auch die bisher zusätzlich geschaffenen Kapazitäten in Lessien (220 Plätze) und bei der Diakonie in Kästorf (70 Plätze) nicht aus. In den Amtsstuben des Gifhorner Schlosses wird nach weiteren Quartieren recherchiert. In einem Nachtragshaushalt sind für die Unterbringung zusätzliche 4,5 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Von Jens Schopp

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