Ruf als Königin ist verblasst

Aktuelle Marktentwicklung der Rübe ist Thema bei Feldtag in Brome

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Auf dem Hof von Gerhard Borchert (Mitte in Grün) versammelten sich am Dienstag Landwirte und Vertreter von Nordzucker, der Landwirtschaftskammer sowie des Zuckerrübenanbauerverbandes, um sich über Rübensorten, Insektenmonitoring, Pflanzenschutzmaßnahmen und die aktuelle Marktentwicklung zu informieren. 

Brome – Die Rübe hat in der Landwirtschaft immer noch einen hohen Stellenwert, doch ihr Ruf als Königin der Feldfrüchte ist ein wenig verblasst.

Ein Preisverfall von fast 30 Prozent seit der Liberalisierung des Zuckermarktes schmälert das Einkommen der Rübenanbauer und den Gewinn der verarbeitenden Gesellschaften wie der Nordzucker AG. „Hinzu kommt, dass es in diesem Jahr von der AG keine Dividende gibt“, informiert Gerhard Borchert, der in Brome eine Landwirtschaft betreibt. Weil die Nordzucker AG zu 100 Prozent den 670 Landwirten im Verbund gehört, summierten sich die Verluste.

Doch biete Nordzucker mit die besten Aufkaufpreise in Deutschland und vielleicht sogar in Europa, erklärten Borchert und Ralf Wrede vom Agricenter Uelzen. Beide hoffen, dass sich die Preise in absehbarer Zeit wieder positiv entwickeln. Borchert erläuterte anlässlich des Feldtages auf seinem Hof, dass einst eine vorgeschriebene Menge zu einem festen Preis veräußert wurde. Dann wurde die Menge um 20 Prozent reduziert. Heute sei der Markt völlig offen: Jeder dürfe anbauen so viele er möchte, um dann über Angebot und Nachfrage einen vernünftigen Preis zu erzielen.

Das Saatgut für die künftige Ernte ist von großer Bedeutung für den Erfolg. Also schauten sich die Teilnehmer auf den Borchertschen Feldern Sorten an. Ob Lunella, Annerose oder Clemens: Auf den Zuckergehalt und die Widerstandsfähigkeit kommt es ebenso an wie auf die Blättermenge angesichts der wohl zu erwartenden Jahre mit geringen Niederschlägen. Eine besondere Herausforderung bringe das Verbot von Neonicotinoiden zum Schutz von Bienen mit sich, hieß es. Jeder Landwirt müsse sich am Insektenmonitoring beteiligen, um bei einer bestimmten Anzahl und Art der Schädlinge gezielt und in Abstimmung zu handeln.

VON HORST MICHALZIK

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