Einfriedungen in der Koleitsche zu hoch / Bürger monieren „Unlogik“

Ärger über Zaunhöhen in Rühen

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Mancher Zaun ist höher als die erlaubten 80 Zentimeter, stellt teils eine Gefahr dar. Auch parken vermehrt Fahrzeuge auf den dafür nicht vorgesehenen Bürgersteigen.

Rühen – Eigentlich sollte es bei der Bereisung des Infrastrukturausschusses der Gemeinde Rühen am Dienstag um sichtbehindernde Zäune gehen. Der Unmut mancher Anwohner der Koleitsche führte aber zu Grundsatzdiskussionen.

Hauptgrund für die Mitglieder des Infrastrukturausschusses, die Koleitsche zu bereisen, war ein hoher Zaun in einer Kurve am unteren Ende der Milanstraße. Dieser behindert massiv die Sicht und Verkehrsicherheit – auch mit Blick auf etwaige Rettungseinsätze –, wie vor Ort festgestellt wurde. Bürger, die die Bereisung begleiteten, wiesen auf weitere Mankos im neuen Wohngebiet hin. So seien die Straßen stellenweise zu eng, der abgesenkte Bordstein lade zum Parken ein. Auch dem widersprach der Ausschuss. Die roten Bürgersteige seien flach, da sie befahrbar seien, aber keineswegs zum Parken gedacht. Dennoch stehen vor vielen Häusern Pkw auf dem Bürgersteig – eine zusätzliche Verengung der Straßen, die unzulässig sei, wie Mitglieder des Ausschusses betonten.

Was zu hohe Zäune im Baugebiet betrifft, so ist in der Kurve der Milanstraße ein Extremfall zu sehen, doch auch an vielen anderen Stellen überschreiten die Einfriedungen die Maximalhöhe. Die beträgt laut Bebauungsplan 80 Zentimeter, gemessen an der Straßenmitte. Das sorgte für weiteren Unmut bei den Bürgern. Schließlich fielen die meisten Grundstücke zu einer Seite hin ab. Ein Ausgleichen dieses Gefälles überschreite an diversen Stellen schon die 80-Zentimeter-Marke – ohne noch einen Zaun aufgesetzt zu haben.

Die Bürger stellten brüskierte Fragen wie „Soll ich mein Haus schief bauen, damit der Zaun nicht zu hoch ist?“ und „Soll es hinter meiner Terrasse 1,80 Meter runter gehen?“. Vieles sei „einfach unlogisch“. So gebe es an manchem Grundstück noch keine Straße, an der man sich orientieren könnte. Wiesensee baue die erst, wenn 80 Prozent der Grundstücke daran bebaut seien. Auf zehn Anfragen bei der Firma erhalte man zehn verschiedene Aussagen bezüglich der Straße. Man fühle sich nicht ernst genommen.

Der Ausschuss wies mehrfach darauf hin, dass dies eine Sache zwischen den Bürgern und dem Unternehmen sei. Auch seien die Bestimmungen für alle sichtbar im Bebauungsplan festgehalten. Höhere Zäune seien im Rahmen des Nachbarschaftsgesetzes aber an den straßenabgewandten Seiten möglich. Man empfahl schließlich einstimmig, ein Schreiben, in dem auf Zaunhöhen, Rückbau und Parkverbote hingewiesen wird, aufzusetzen. Prophylaktisch geht es an alle Grundstückseigner in der Koleitsche. Auch sprach man über Widmungen im Zuge der Straßenreinigung (Bericht folgt).

VON DENNIS TESCH

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