Angst vor Verkehrsaufkommen

Ehra-Lessien pocht auf Ortsumgehung im Zuge der A39-Diskussion

Die Autobahn 39 bei Wolfsburg
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14,2 Kilometer lang wird der Abschnitt 7 bei dem Lückenschluss der A39, dessen Anschlussstelle bei Ehra entstehen soll.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Ehra-Lessien – Die Gemeinde Ehra-Lessien besteht weiterhin darauf, dass beide Verfahren – Autobahnerweiterung und die angekündigte Ortsumgehung der L 289 und B 248 – einen gleichzeitigen Baubeginn aufweisen müssen. „Das ist die Quintessenz all unserer Forderungen“, brachte Ratsherr Dirk Fricke (CDU) es bei der jüngsten Ratssitzung auf den Punkt. Die Diskussion rund um den geplanten Lückenschluss der A 39 war Bestandteil der jüngsten Sitzung in Lessien. Die Kommunalpolitiker einigten sich auf eine erneute Stellungnahme zum ergänzenden Planfeststellungsverfahren des Bauabschnitts 7.

Für den Abschnitt 7 von Ehra bis Wolfsburg – das sind 14,2 Kilometer – liegt zwar seit 2018 ein Planfeststellungsbeschluss vor, der aber nach Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht vollziehbar ist (das IK berichtete mehrfach). Mit einem Änderungsverfahren ging es entsprechend in die nächste Runde. Das hieß nun auch für die Gemeinde, eine erneute Stellungnahme abzugeben.

„All unsere bereits 2017 aufgestellten Forderungen bleiben bestehen“, erklärte Bürgermeister Jörg Böse den zahlreich erschienenen Zuhörern. Darunter fällt auch die Ablehnung des avisierten Rückbaus der B 248 zu einem Wirtschaftsweg. Die Gemeinde besteht weiterhin auf den vollständigen Erhalt der Straßenbreite. Die Straße ist nicht nur für die Buslinie nach Brome wichtig, auch für Rettungskräfte wird sie gebraucht. Auch beim Rückbau der L 289 hält die Gemeinde Ehra-Lessien an ihrer Position fest, dass beim Bau der Autobahnbrücke und der Wegeführung der dann ehemaligen L 289 sicherzustellen ist, dass mindestens ein Begegnungsverkehr landwirtschaftlicher Fahrzeuge möglich ist. Dafür muss die Fahrbahn 4,50 Meter breit bleiben. Der Rat besteht auch auf Asphalt.

In der erneuten Stellungnahme verdeutlicht die Gemeinde auch, dass sie vor allem für das kommende Wachstum der Gemeinde mit einer entsprechenden Berücksichtigung rechnet, um bei ihren Plänen für neue Baugebiete nicht behindert zu werden. Auch die Anbindung der bisherigen B 248 an die neue Trassenführung sei äußerst wichtig und wird daher als Forderung aufrechterhalten. Im Bereich des geplanten Kreisverkehrs der verlegten B 248 und der L 288 fordern die Ratsmitglieder weiterhin eine Radwegverbindung zwischen Ehra und Boitzenhagen. Dieser Radweg soll geplant und gebaut werden, auch mit Blick auf das VW-Prüfgelände gilt das als entscheidend.

Großer Kritikpunkt an der bisherigen Planung: der vermutliche Rückbau des bestehenden Radwegs an der L 289 zwischen Ehra und Lessien. Es könne nicht Sinn der Sache sein, dass ein bestehender Weg zu einer Schotterpiste hinabgestuft wird, wo er eine zentrale Verbindung der beiden Ortschaften darstellt. Die Gemeinde besteht auf den Erhalt dieses Radwegs.

Umgehung ist entscheidender Faktor

Ganz im Fokus der Kommunalpolitiker bleibt die zeitliche Verbindung. Stephan Buhl (SPD) machte deutlich: „Ohne die zeitgleiche Umgehung wird es mit der Autobahn für die Gemeinde nicht gehen, wir müssen da klar drauf hinweisen.“ Er befürchtete, dass die Ortsumgehung erst später gebaut wird – und die Gemeinde dann unter dem starken Verkehrsaufkommen leiden müsste. Dem schloss sich auch Ralf Großmann (SPD) an. „Wir bestehen auf den gleichzeitigen Start.“ CDU-Mann Fricke schlug vor, bei diesem Punkt nicht nur auf die bereits bekannte Forderung in der 2017 abgegebenen Stellungnahme zu verweisen, sondern sie auch in die erneute Stellungnahme aufzunehmen. Katinka Ditges (CDU) sagte: „Die Hauptpunkte müssen in der neuen Fassung wiederholt werden.“ Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, die diskutierten Punkte in die Stellungnahme aufzunehmen und diese dann zu versenden.

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