Gemeinderat Ehra-Lessien wird Vorab-Stellungnahme abgeben

A 39: Ja – aber nur mit Ortsumgehung

Die geplante A 39 (rote Linie) bei Ehra und Lessien: Der Gemeinderat will, dass die Ortsumgehung (rote Linie zwischen L 289 und B 248) zusammen mit der Autobahn gebaut wird. Sonst drohe den Orten noch mehr Verkehr.
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Die geplante A 39 (rote Linie) bei Ehra und Lessien: Der Gemeinderat will, dass die Ortsumgehung (rote Linie zwischen L 289 und B 248) zusammen mit der Autobahn gebaut wird. Sonst drohe den Orten noch mehr Verkehr.

Ehra-Lessien – Die Gemeinde Ehra-Lessien will eine Vorab-Stellungnahme zur geplanten A 39 bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel abgeben.

Die CDU-Fraktion hat am Mittwoch einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat vorgebracht, der einstimmig beschlossen wurde.

Damit will der Rat auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts reagieren. Dieses hatte nämlich am 11. Juli 2019 den Planfeststellungsbeschluss zum A 39-Planungsabschnitt 7 (Ehra bis Wolfsburg) für „nicht nachvollziehbar“ befunden. CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Fricke erklärte: „Wir halten es für dringend geboten, eine Vorab-Stellungnahme abzugeben, dass die Gemeinde Ehra-Lessien eine verkehrskonzeptionelle Änderung kategorisch ablehnt.“

Frickes Befürchtung: Die Ortsumgehung könnte nicht gleichzeitig mit der A 39 fertig sein und der Verkehr würde dann über die Wittinger und Bromer Straße durch Ehra rollen. Schon jetzt hat er das Gefühl, dass mehr Verkehr als sonst unterwegs ist. Dies liege an der A 14. Daher kommt er zu dieser Risikoabwägung. Der Vorschlag erhielt sofort Zustimmung vonseiten der SPD. Peter Albrecht wollte sogar einen Schritt weitergehen: „Wir gehen bei dem Antrag mit, das sollte als Forderung formuliert werden.“ Zusätzlich sollte die Gemeine einen aktuellen Sachstand einfordern, zu dem Gesamtpaket A39 mit dem Planungsabschnitt 7.

Knackpunkt Ortsumgehung

Der Knackpunkt liegt in der Begründung des Bundesverwaltungsgerichts, die Fricke auch noch einmal im Wortlaut vorgetragen hatte. „Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat zusammen mit der Autobahn-Anschlussstelle Ehra eine vollständige Umgehung dieser Ortschaft im Zuge der L 289 und der B 248 mitgeplant. Damit hat sie die Grenze einer notwendigen Folgemaßnahme überschritten.“ Eine Ortsumgehung bedarf demnach eines eigenen Planungskonzeptes. Und genau hier liegt die Befürchtung des Gemeinderats. Die Autobahn wird zunächst gebaut – die Ortsumgehung bleibt auf der langen Bank. Und dann würde noch der Verkehr von der Autobahn durch Ehra fahren. Bürgermeister Jörg Böse regte an, Behördenchef Michael Peuke auf eine Sitzung des Gemeinderats einzuladen. Auch wenn bereits feststehe, dass ab 1. Januar 2021 die neue Autobahngesellschaft die Planungen übernehme.

Die Vorab-Stellungnahme soll nun also inklusive der Anregungen übermittelt werden. „Wir wollen auf den aktuellen Stand gebracht werden“, brachte es Axel Jordan auf den Punkt. VON MAX A. MORRISON

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