Zukunftspreis für Thrombosetablette

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Der Bundespräsident Horst Köhler (2 v.l.) ehrt die Gewinner des Deutschen Zukunftspreises, Elisabeth Perzborn (l), Frank Misselwitz (2.v.r.) und Dagmar Kubitza.

Berlin - Für die Entwicklung eines Thrombosemedikaments in Tablettenform hat ein Forscherteam den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis erhalten.

Bisher wurde die Gefäßkrankheit mit Spritzen behandelt, was für die Patienten schwer zu handhaben war. Bundespräsident Horst Köhler sprach sich bei der Würdigung der Preisträger am Mittwochabend in Berlin erneut für ein stärkeres Engagement in der Bildung aus. Köhler lobte die Preisträger und die Nominierten. Er betonte, dass gerade in der Krise nicht an der Forschung gespart werden dürfe. Wenn man über Wissenschaft und Forschung spreche, müsse man immer auch über das Fundament reden.

“Mit der Bildung muss man schon im frühkindlichen Bereich und in der Schule anfangen“, sagte der Bundespräsident. “Hier haben wir in Deutschland eindeutig Defizite“. Die Preisträger Frank Misselwitz, Dagmar Kubitza und Elisabeth Terzborn von der Bayer Schering AG haben ihr neues Präparat auf der Grundlage des Wirkstoffs Rivaroxaban entwickelt, der gezielt in die biochemischen Abläufe während der Blutgerinnung eingreift. “Es gab schon vorher Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, aber nur in Form von Spritzen, was für den Patienten schwierig zu handhaben ist“, sagte Kubitza. “Man braucht eine hohe Frustrationsschwelle, wenn man lange in der Forschung bestehen will“, räumte Terzborn ein.

Das nun prämierte Medikament sei bereits im Jahre 2000 vorgestellt worden. Erst 2008 kam es auf den Markt. Zu den weiteren Nominierten gehören Hans-Jürgen Wildau von der Berliner Firma Biotroniks, der einen Herzschrittmacher mit Datensender entwickelt hat, sowie Volker Wittwer, Peter Schossig und Ekkehard Jahn vom Fraunhofer Institut und BASF, die moderne wärmedämmende Baustoffe entwickeln.

Der Deutsche Zukunftspreis wird seit 1997 jedes Jahr verliehen. Der Preis belohnt Mut und Risikobereitschaft bei Forschern, die aus innovativen Ideen marktfähige Produkte entwickeln und Arbeitsplätze schaffen.

ap

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