Zug rammt Lastwagen: 15 Verletzte

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15 Menschen sind bei einem Zugunglück in Marsberg verletzt worden.

Marsberg - Am Morgen sind 50 Passagiere in einer Regionalbahn und ein Lastwagenfahrer nur knapp einer Katastrophe entgangen. Dennoch gab es 15 Verletzte bei der Kollision an einem Bahnübergang.

Die Zugspitze wie von einer Riesenfaust zerdrückt, der Lastwagen-Anhänger zerfetzt im Graben - bei einem Zugunfall sind ein Lastwagen- und ein Lokführer sowie rund 50 Bahnpassagiere nur knapp einer Katastrophe entkommen. 15 Verletzte mussten am Dienstagmorgen nach dem Zusammenstoß an einem Bahnübergang im sauerländischen Marsberg in Krankenhäusern ambulant behandelt werden. Es hätte aber auch leicht Tote geben können: “Da haben viele Menschen ganz viel Glück gehabt“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Alfons Kleffner.

Das zertrümmerte Führerhaus.

Mit mehr als 100 Stundenkilometern war der Zug auf der Strecke Kassel-Hagen bei dichtem Nebel mit nur 50 Metern Sichtweite unterwegs, als der Lokführer mitten auf dem beschrankten Bahnübergang plötzlich den Lastwagen-Anhänger vor sich sah. Der Mann zog die Notbremse und brachte sich mit einem Sprung aus seinem Führerstand in Sicherheit. Der Zug krachte mit fast ungebremster Wucht auf den Anhänger. “Der Zugführer hat wirklich vorbildlich reagiert und vermutlich auch das eigene Leben gerettet“, sagte Kleffner.

Der Zug hätte auch umkippen können

Der zug von innen. 15 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt.

Der Führerstand des Zuges, in dem überwiegend Schüler unterwegs waren, wurde komplett zerstört. Der Zug riss den tonnenschweren Anhänger von der Zugmaschine und schleuderte ihn neben die Gleise. Die Ladung - geschredderter Plastikmüll - ergoss sich auf den Boden. Nach dem Zusammenstoß sprang eine Achse des Zuges aus den Gleisen. Er ratterte noch 200 Meter weiter über die Betonschwellen, kippte aber nicht um - sonst wären vermutlich noch mehr Menschen verletzt worden. “Die Verletzten haben Prellungen, Schürf- und Platzwunden. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert“, sagte Kleffner.

Der 36 Jahre alte Lastwagen-Fahrer musste wegen eines Schocks behandelt werden. Er habe mit seinem Lastzug zurückgesetzt, um einen entgegenkommenden Lastwagen durchzulassen und gar nicht bemerkt, dass sich hinter ihm die Bahnschranken schlossen, sagte er der Polizei. So wurde der Anhänger eingeschlossen.

Verkettung unglücklicher Umstände

Der Unfall-Zug.

Der Marsberger Bürgermeister Hubertus Klenner atmete an der Unglücksstelle auf. “Als ich per Telefon über den Unfall informiert wurde, hatte ich natürlich sofort die Bilder von Eschede und anderen Zugunglücken im Kopf.“ Die Ursache des Zusammenstoßes ist für ihn eine Verkettung unglücklicher Umstände. Zum einen hatte der Nebel auf der normalerweise übersichtlichen Strecke das Hindernis verdeckt. Zudem sei die Verkehrsführung mit einer engen Kurve direkt hinter dem Bahnübergang unglücklich.

“Diesen Engpass haben wir bereits vor geraumer Zeit beim Verkehrsministerium ins Gespräch gebracht“, sagte Klenner. Den Schaden allein an Zug und Lastwagen schätzt die Polizei auf 140 000 Euro. Zusätzlich müssen wohl auch die Gleise an der Unfallstelle erneuert werden. Nach der Bergung des Unglückszuges soll der Unfallbereich wieder freigegeben werden. Allerdings wird die Geschwindigkeit dort von 110 auf 10 Stundenkilometer reduziert.

dpa

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