Vorbei mit bauchfrei

Zu sexy für den Unterricht: Hamburger Schule verbietet aufreizende Kleidung

Wie aufreizend dürfen Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen? Die Debatte um die Kleiderordnung an Schulen geht weiter. Das Gymnasium Eppendorf in Hamburg plädiert für angemessene Kleidung. Auch in Bayern gibt es diese Fälle.

Hamburg - Sobald die Temperaturen steigen, werden die Klamotten kürzer. Das musste auch die Schulleiterin des Gymnasiums Eppendorf feststellen. Zusammen mit anderen Lehrern, Eltern und Mitglieder der Schülerschaft wurde jetzt beschlossen: Schülerinnen und Schüler dürfen keine kurze Röcke, keine bauchfreien Shirts und keine Mützen mehr tragen! Die Schülerinnen und Schüler sollen sich künftig an klare Kleiderordnungen halten. Schulleiterin Maike Langguth erzählte gegenüber In-Online, dass die Schülerinnen „eher für den Strand geeignete Outfits“ anhatten. Deshalb wird jetzt auch dagegen vorgegangen. Auch Kappen und Mützen sollen die Schüler während des Unterrichts absetzen. Langguth fordert: „Die Schule ist ein Ort des Lernens und des Arbeitens“. Die Hamburger Schule plädiert also für angemessene Kleidung.

Die Debatte um Kleidervorgaben an deutschen Schulen gibt es bereits seit Jahren. Auch in Bayern gibt es Fälle, in denen Vorschriften erstellt werden mussten, nachdem die „Kids“ zu aufreizend in die Schule kamen. Dennoch gibt es auch Skepsis. Ist ein Verbot eine Einschränkung der persönlichen Freiheit oder legitim?

Geteilte Meinungen

Das Würzburger Deutschhaus-Gymnasium sorgte für ihren geltenden „Dresscode“ für Furore: Es wurde darüber diskutiert und gestritten, ab wann Kleidung zu sexy ist. Der Schulleiter beschloss, dass Leggings und Strumpfhosen nur noch mit längeren Oberteilen kombiniert werden dürfen und das Zeigen des Bauchnabels ein No-Go ist  -  sogar Tanktop-Shirts für Jungs wurden verboten. Der Grund: Nippelalarm! Irgendwann mischte sich sogar die Politik in das Thema ein: So sagte Grünen-Politikerin Mariella Kessler gegenüber Merkur.de*: „Dieser Dresscode und viele weitere Kleiderordnungen an bayerischen Schulen propagieren letztendlich nichts weiter als Victim-Blaming und Sexismus, da er vor allem jungen Mädchen vorschreibt, wie sie sich zu kleiden haben.“

Keine übergeordnete „Vorschrift zur Bekleidung“

Gesetzlich gebe es keine direkte „Vorschrift zur Bekleidung“, wie das Kultusministerium tz.de* erzählte. Der Schulleiter aber dürfe entsprechende Erziehungs- und Unterrichtsgesetze einführen - insofern der Schulbetrieb gestört würde. Die Schulen müssen intern lösen, wie sie das Problem „sexy Outfit“ in den Griff bekommen. Die Realschule in Haag bei Wasserburg beispielsweise hat schon seit Jahren eine Kleidervorschrift. Zwar würde es den Schülern manchmal nicht leicht fallen, sich mit der Kleiderordnung zu arrangieren - aber Schulleiter Wilhelm Kürzeder ist sich sicher: „Es fördert den Gemeinschaftssinn und verhindert Markenzwang.“

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

nm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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