Zollitsch: Neue Vertuschungs-Vorwürfe

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Erzbischof Zollitsch steht wieder im Kreuzfeuer der Kritik.

Freiburg - Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch soll einem Medienbericht zufolge versucht haben, einen Fall von sexuellem Missbrauch durch einen Priester zu vertuschen.

Das ARD-Fernsehmagazin “Report Mainz“ zitierte aus einem Brief, in dem Zollitsch 1995 in seiner Funktion als Personalreferent verfügt habe, dass die betroffene Gemeinde im badischen Oberharmersbach über wesentliche Details des Missbrauchsskandals nicht informiert werden sollte. “Eine solche Aufklärung hätte zudem (...) nur noch den Sinn eines Racheaktes gegenüber einem alten und kranken Mann. (...) Eine solche nachträgliche Rache nützte niemandem und würde einen Menschen ohne Not in den Ruin oder gar Tod treiben“, schrieb Zollitsch dem Bericht zufolge. Ein Gemeindepfarrer hatte in Oberharmersbach mehr als 20 Jahre lang Kinder und Jugendliche missbraucht. Zollitsch hatte im März gegen ihn erhobene Vertuschungsvorwürfe zurückgewiesen, aber schon damals die Opfer um Verzeihung gebeten.

Das Erzbistum Freiburg betonte am Sonntag in einer Mitteilung, niemand habe in Oberharmersbach etwas vertuschen wollen. “Die damals Verantwortlichen haben versucht, den Schaden zu begrenzen und sexuellen Missbrauch zu verhindern“, hieß es in der Mitteilung.

dpa

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