Offenbar kleiner Junge unter den Verletzten

Messer-Angriff in Würzburg: Mehrere Todesopfer in Innenstadt - Hinweise auf islamistisches Motiv?

Bei einer Messerattacke in Würzburg sind mehrere Personen ums Leben gekommen. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei festgenommen. Nun gibt es wohl erste Hinweise auf ein Motiv.

  • In Würzburg hat ein Mann mit einem Messer auf mehrere Personen eingestochen, neben Schwerverletzten sind auch drei Todesopfer zu beklagen.
  • Die Polizei nahm einen 24-jährigen Somalier mit Wohnsitz in der Stadt fest.
  • Die Ermittler haben nun wohl Hinweise auf ein islamistisches Motiv (siehe Update vom 26. Juni, 12.12 Uhr).

Update vom 26. Juni, 12.12 Uhr: Nach dem Angriff in Würzburg, bei dem drei Menschen getötet wurden, haben die Ermittler wohl Hinweise auf ein islamistisches Motiv. Nach Informationen des Spiegel habe der Verdächtige nach seiner Festnahme gesagt, dass er mit der Tat seinen „Dschihad“ verwirklicht habe. Das gehe aus einem internen Behördenvermerk hervor. Bisher soll der Mann den Sicherheitsbehörden nicht als Extremist bekannt gewesen sein, er soll der Polizei aber bereits mehrfach wegen Vorfällen mit Messern aufgefallen sein.

Der 24-Jährige hatte am Vortag drei Menschen in Würzburg getötet und mehrere verletzt. In einer Stellungnahme gegenüber Focus Online äußerte sich die betroffene Woolworth-Filiale folgendermaßen: „Wir alle sind heute zutiefst betroffen von dem schrecklichen Vorfall in Würzburg. Gestern hat ein Mann in unserer Filiale mit einem Messer drei Menschen getötet und weitere verletzt, darunter auch eine Kollegin. Wir wünschen ihr eine schnelle Genesung. Auch unser Sicherheitsmitarbeiter, der einen wesentlichen Beitrag zum Schutz unserer Mitarbeiter geleistet hat, wurde leicht verletzt. Ihm danken wir besonders für sein couragiertes Handeln.“

Update vom 26. Juni, 10.51 Uhr: Am Morgen nach dem tödlichen Angriff in Würzburg haben Polizisten einen der Tatorte abgeriegelt. An der Fassade des betroffenen Geschäfts legten Menschen Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Die Läden und Cafés in unmittelbarer Nähe hatten aber geöffnet, wie Augenzeugen berichteten.

Die Ermittler planen, am Nachmittag die Öffentlichkeit über weitere Einzelheiten zu unterrichten. Eine Pressekonferenz ist für 15 Uhr angesetzt. Unklar ist etwa, ob dem Tatverdächtigen bereits ein Haftbefehl eröffnet wurde und ob er in ein Gefängnis verlegt werden kann.

Bei dem Angriff in einem Kleidergeschäft, in einer Bank und auf der Straße starben drei Menschen, mindestens fünf Menschen wurden schwer verletzt. Zudem gab es weitere Verletzte, deren Zahl noch nicht mitgeteilt wurde. Zum Zustand der überlebenden Opfer konnte eine Polizeisprecherin am Morgen nichts sagen.

Menschen legten am Tatort in Würzburg Blumen nieder und stellten Kerzen auf.

Update vom 26. Juni, 10.09 Uhr: Vor wenigen Minuten hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu der Messerattacke in Würzburg geäußert. „Die Ereignisse von Würzburg sind unfassbar und schockierend“, so der CSU-Chef in einem Pressestatement. Er werde die Trauerbeflaggung für Bayern anordnen. Söder bedankte sich bei den Einsatzkräften. Und weiter: „Ganz besonders beeindruckt hat mich das Engagement vieler Bürger“, die den Verdächtigen in Schach gehalten haben. „Ganz Bayern trauert heute“, erklärte er weiter. „Mein tiefes Beileid an die Angehörigen.“

Update vom 26. Juni, 8.58 Uhr: Am Tag nach dem tödlichen Messerangriff in Würzburg stehen für die Polizei umfangreiche Ermittlungen an. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist weiterhin unklar. Drei Menschen starben, mindestens fünf wurden schwer verletzt. Zwei davon schwebten in Lebensgefahr. Wie viele weitere Verletzte es gab, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag zunächst nicht. „Die Ermittlungen dauern weiter an.“

Zum Zustand der überlebenden Opfer konnte die Sprecherin nichts sagen. Sie kündigte für den Samstagnachmittag eine Pressekonferenz an - Uhrzeit und Ort standen zunächst nicht fest.

Messerangriff in Würzburg - Motiv des mutmaßlichen Angreifers unklar

Update vom 26. Juni, 7.10 Uhr: Nach dem tödlichen Messerangriff in Würzburg rückt jetzt das Motiv des mutmaßlichen Täters in den Fokus. Auch in der Nacht zu Samstag war die Polizei eigenen Angaben zufolge mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um die Hintergründe und den Ablauf der Tat zu ermitteln. Noch ist jedoch unklar, warum der 24-jährige Mann am späten Freitagnachmittag in der Innenstadt drei Menschen mit einem Messer tötete und mindestens fünf weitere schwer verletzte. Mindestens zwei sollen in Lebensgefahr schweben. Möglicherweise sei der Angreifer, der nach der Tat angeschossen und festgenommen wurde, psychisch krank. Aber auch ein islamistisches Motiv wird den Ermittlern zufolge geprüft. Gekannt haben sollen sich Täter und Opfer nicht.

Update vom 25. Juni, 23.00 Uhr: Bei dem Messer-Angriff in Würzburg sind neben den drei getöteten Menschen mindestens zwei weitere Angegriffene lebensgefährlich verletzt worden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Abend, es sei nicht klar, ob alle der Schwerstverletzten überleben würden. Insgesamt seien fünf Menschen schwerstverletzt worden, darüber hinaus habe es weitere Verletzte gegeben. „Wir müssen jetzt hoffen und beten, dass die Schwerstverletzten überleben“, so Herrmann. Zur Identität der Opfer machte er keine Angaben.

Der Verdächtige hat seine Opfer nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht gekannt. „Dem Sachstand nach bestand keine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfern“, teilten die Beamten am Freitagabend mit.

Eine Stadt trauert um ihre Opfer: Nach der Messerattacke in der Würzburger Innenstadt wurden am Tatort Kerzen und Blumen hinterlassen.

Messerattacke in Würzburg: Herrmann schließt islamistischen Anschlag nicht aus

Update vom 25. Juni, 22.10 Uhr: Zwischenzeitlich ist ein Polizeihubschrauber über Würzburg aufgestiegen. Dieser unterstützt bei den Ermittlungen. Die Ordnungshüter weisen ausdrücklich darauf hin, dass nicht nach weiteren Personen gefahndet werde.

Update vom 25. Juni, 21.53 Uhr: Die Messerattacke könnte eine neue Wendung bekommen. Nach Informationen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sei ein islamistischer Anschlag zumindest nicht auszuschließen. „Es gibt jedenfalls Indizien dafür, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte“, erklärt der CSU-Politiker. Ein Polizeisprecher betonte zuvor jedoch, der Verdächtige sei nach Angaben der Ermittler nicht wegen Straftaten polizeibekannt, die „Richtung Islamismus bisher hindeuten“.

Update vom 25. Juni, 21.35 Uhr: Laut Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) ist der Verhaftete bereits polizeibekannt. Der Mann sei seit fünf Jahren in Deutschland und habe sich in psychiatrischer Behandlung befunden. Das Stadtoberhaupt sprach von einem „schrecklichen Verbrechen“ und lobte ausdrücklich das couragierte Eingreifen zahlreicher Passanten.

Update vom 25. Juni, 21.20 Uhr: Unter den Verletzten soll ich auch ein kleiner Junge befinden. Das berichtet die Main Post unter Berufung auf Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Der Vater des Kleinen sei wahrscheinlich getötet worden. Der CSU-Politiker stützt sich zudem auf eine Zeugenaussage, wonach der Angreifer „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen haben soll.

Update vom 25. Juni, 21.12 Uhr: Die Polizei bittet, Bilder und Videos von der Tat oder dem Täter an sie weiterzuleiten. So können diese für die auf Hochtouren laufenden Ermittlungen herangezogen werden.

Messerattacke in Würzburg: Passanten stellen sich dem Mann entgegen und verfolgen ihn

Update vom 25. Juni, 20.38 Uhr: In ihren Statements gedenken CSU-Chef Markus Söder und -Generalsekretär Markus Blume nicht nur der Opfer und den Angehörigen, sondern erwähnen auch die Zivilcourage einiger Passanten*. Wie auch auf diversen Twitter-Videos zu sehen ist, stellten sich mehrere Personen dem mit einem Messer bewaffneten Mann entgegen und verfolgten ihn, ehe die Polizei eingriff. Dabei hatten sie sich mit Stühlen und Holzlatten bewaffnet. Womöglich verhinderten sie durch ihren Mut Schlimmeres.

Update vom 25. Juni, 20.22 Uhr: Mittlerweile hat die Polizei Einzelheiten zum Täter bekanntgegeben. Demnach handelt es sich um einen 24-jährigen Somalier, der in Würzburg wohnt. Der Mann habe mehrere Personen mit einem Messer angegriffen und sei von einer Polizeikugel getroffen worden, befinde sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Er soll psychisch krank sein, berichtet der BR unter Verweis auf die Polizei. Die drei Todesopfer sind mittlerweile bestätigt, über Verletzte machen die Beamten keine genaueren Angaben.

Update vom 25. Juni, 20.05 Uhr: Die in Würzburg* ansässige Main Post berichtet unter Berufung auf Polizeikreise, es handele sich um drei Todesopfer und sechs Schwerverletzte, die nach der Bluttat zu beklagen seien. Vor Ort seien Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck eingetroffen. Letzterer habe sogar von insgesamt zehn Verletzten gesprochen.

Update vom 25. Juni, 19.50 Uhr: Derzeit wird im Internet viel über die Hintergründe und den Ablauf der Tat spekuliert. Die Polizei spricht in diesem Zusammenhang von „vielen, nicht hilfreichen Spekulationen“. Noch gebe es allerdings keine weiteren gesicherten Informationen.

Großaufgebot in der Würzburger Innenstadt: Nach der Bluttat stehen zahlreiche Krankenwagen bereit.

Erstmeldung vom 25. Juni:

München/Würzburg - In der Würzburger Innenstadt sind am Freitagnachmittag mehrere Menschen bei einer Messerattacke tödlich verletzt worden. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest. Auch von Verletzten ist nach der Bluttat der Rede. Teile um den Barbarossaplatz mussten gesperrt werden. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch völlig unklar.

Laut der Polizei gibt es keine Hinweise auf einen zweiten Täter, es bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Der Tatverdächtige sei „nach polizeilichem Schusswaffengebrauch überwältigt“ worden, nachdem die Ordnungshüter um 17 Uhr alarmiert worden waren . Die Polizei befinde sich „mit starken Kräften“ vor Ort. Auf Fotos sind diverse Einsatzfahrzeuge zu sehen, darunter auch Notarztwagen. (mg) *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © ARMANDO BABANI/AFP

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