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„Der Pöbel kommt“: Warum Linke im August ein Protestcamp auf Sylt planen

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Von: Jan Knötzsch

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Die erste Demo der Linken hat Sylt bereits hinter sich. Zudem bevölkern die Punks die Insel immer noch. Und im August kommen die Linken nochmal wieder.

Sylt – Wer auch immer bisher von Sylt gesprochen hat, tat dies nicht, ohne die Worte „Die Insel der Schönen und Reichen“ zu benutzen. Auch nicht, ohne von Urlaub zu sprechen. Von Ruhe. Von Entspannung. Und ja: auch von ein bisschen Luxus. Seit 2022 muss in den Chroniken der Insel Sylt auch ein neues Kapitel angesprochen und mitgeschrieben werden: das von den Chaostagen, die die Punks Sylt beschert haben. Vorbei ist es seitdem mit all dem, was die Insel auszeichnete: keine Ruhe, keine Entspannung mehr. Und der Luxus? Der lässt sich auch nicht mehr so easy genießen wie zuvor.

Sagen zumindest die, die sich an den Punks auf Sylt stören, die seit Pfingsten dank des 9-Euro-Tickets in Scharen auf die Nordseeinsel kommen. Auch die Linken waren schon da, haben auf Sylt demonstriert. Auf der Insel, auf der gerade Bundesfinanzminister Christian Lindner die Journalistin Franca Lehfeldt geheiratet hat und die Punks Lindner den „schlimmsten Tag seines Lebens“ bereiten wollen, kommt man einfach nicht zur Ruhe.

Warum? Nun: Der Pöbel kommt schon wieder!

Friesisch Inseln in der Nordsee:Sylt
Fläche:99,14 km²
Breite:12,6 km
Länge:38 km

Chaostage auf Sylt: Zu den Punks gesellt sich der selbsternannte Pöbel – wann kommen die Linken?

Nein, das ist nun wahrlich keine despektierliche Haltung gegenüber den Linken, die schon einmal da waren und jetzt erneut über die Insel herfallen wollen, auf der die Punks Sylter Existenzen bedrohen, in Westerland auf Sylt wegen der Punks eine Mauer errichtet wurde und die Punks jetzt die Sylter Rossmann-Filiale in Westerland belagern. Es ist vielmehr so, dass die Linken, die ihr erneutes Stelldichein auf Sylt ankündigen, dies genau unter diesem Motto tun. „Achtung, der Pöbel kommt! Bald geht es los, haltet euch bereit“, heißt es in einem Aufruf auf der Internetplattform Twitter, in dem die linken Aktivisten dazu auffordern, nach Sylt zu kommen.

Im großen Bild der Bahnhof Westerland. Im kleinen Bild links oben demonstrierende Linksextremisten.
Der Insel Sylt droht die nächste Invasion des „Pöbels“: Die Linken wollen in Westerland protestieren. (24hamburg.de-Montage) © localpic/Christian Mang/imago

Ärger – den könnte auch die erneute angekündigte Invasion der Linken auf Sylt mit sich bringen, wo es scheint, dass Pfingsten tatsächlich nur der Anfang der Chaostage auf Sylt war. Bereits für Ende Juli haben sich Linke zu einer weiteren Kundgebung auf Sylt angekündigt, wo Sylts Bürgermeister zumindest die Anwesenheit der Punks als eine „Win-win-Situation“ bezeichnet hat. Ob Nikolas Häckel, der oberste Sylter aller Sylter, genau das im August auch über die Linken sagen wird, die „seine“ Insel dann einnehmen? Abwarten. Fakt aber ist schon jetzt: Ein Kollektiv eben jener linken Aktivistinnen und Aktivisten plant vom 1. bis 14. August 2022 ein Protestcamp unter dem Namen „Aktion Sylt“. In Westerland werden dabei bis zu 1000 Teilnehmer erwartet.

„Achtung, der Pöbel kommt! Haltet euch bereit“: Aktivisten kündigen Protestcamp an – bis zu 1000 Teilnehmer erwartet

Das Ziel der Aktion? Der „Pöbel“, wie sich die Aktivistinnen und Aktivisten selbst bezeichnen, will auf Sylt gegen die steigende ökonomische und soziale Ungleichheit zu protestieren und darüber hinaus gegen die daraus resultierende Ungerechtigkeiten und Gefahren aufklären. So umschreiben es zumindest die Veranstalter, die zu besagter „Aktion Sylt“ einladen und zahlreiche Kundgebungen, Demonstrationen auf der Insel sowie andere politische Aktionen im und um das Camp herum planen. Es soll auch Livemusik, Workshops und Diskussionsrunden auf Sylt geben, wo gegen die Punk-Invasion inzwischen bereits ein eigener Sicherheitsdienst vorgeht.

Laut der „Aktion Sylt“-Veranstalter seien Zukunft und Zufriedenheit der kommenden Generationen durch soziale, ökonomische und ökologische Ungleichheit stark gefährdet. Daher solle in den beiden August-Wochen am Beispiel von Sylt die Dringlichkeit dieser Krisen erneut ins Bewusstsein gerufen werden. „Sylt zählte 2021 13.741 Einwohner*innen, wohingegen es 2011 noch 20.851 waren“, so die Aktivistinnen und Aktivisten laut Abendblatt auf deren Homepage. Das sei den immer teurer werdenden Mieten und Grundstückspreisen geschuldet, befinden die „Aktion Sylt“-Veranstalter.

„Aktion Sylt“ plant zweiwöchiges Protestcamp auf Sylt: Darum geht‘s den linken Aktivisten im Detail

Auf Sylt habe sich, so die linken Aktivistinnen und Aktivisten, „die Oberschicht von den weniger gut verdienenden Menschen abgeschottet. Durch immer weiter steigende Mieten auf der Insel ist es für viele Menschen nicht mehr möglich, dort zu wohnen, dabei werden auch Einheimische verdrängt“, heißt es. Und genau gegen diese Zustände sollen sich die Demos der Linken richten, die Anfang August nach Sylt pilgern, wo die Filialien der insolventen Kette „Leysieffer“ wieder öffnen können.

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Als Auslöser bezeichnen die Initiatoren des Protestcamps das 9-Euro-Ticket, das es in Deutschland noch bis Ende August 2022 gibt und vor dem der Geschäftsführer von Sylt Marketing schon vor dessen Einführung Angst hatte. Eben, weil er damit rechnete, dass Sylt überrannt werden würde. Kurze Zeit später revidierte jener Moritz Luft seine Angst vor dem 9-Euro-Ticket-Ansturm auf Sylt. Wo genau übrigens das Protestcamp in Westerland auf Sylt sein wird, ist noch offen. Aber: „Die Anmeldung liegt bereits vor“, bestätigt Laura Berndt, Sprecherin des Kreises Nordfriesland, der zuständigen Versammlungsbehörde, laut des Hamburger Abendblatts.

Sylt darf sich also schonmal auf die nächste Invasion des „Pöbels“ einstellen, nachdem schon längst von der „Hölle auf Erden“ auf Sylt die Rede war.

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