Winnenden-Ausschuss empfiehlt mehr Schulpsychologen

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Nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen (Tatort-Foto) empfiehlt der Sonder-Ausschuss mehr Schulpsychologen.

Stuttgart - Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden will Baden-Württemberg politische Konsequenzen aus dem Blutbad ziehen. Der Sonderausschuss des Landtags empfahl in seinem Abschlussbericht ein Maßnahmenpaket:

Darüber muss das Regionalparlament am Donnerstag (11. März) entscheiden. Unter anderem sollen an den Südwest-Schulen künftig doppelt so viele Schulpsychologen arbeiten. 250 zusätzliche Stellen sollen für Beratungslehrer und Gewaltpräventionsberater entstehen. Die Umsetzung der Vorschläge würde das Land 30 Millionen Euro kosten - der größte Teil davon wäre jährlich zu zahlen.

Ein 17-Jähriger hatte am 11. März 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Nach Ansicht des Ausschusses muss Baden-Württemberg Alarmsignale an den Schulen vereinheitlichen: So soll es einen Ton geben für das Kommando “Verriegeln, alle im Klassenzimmer bleiben“ sowie einen für die Aufforderung, die Klassenräume zu verlassen. Ob Türknäufe, die von außen nicht zu öffnen sind, mehr Sicherheit bringen, sollen vor Ort die Schulträger entscheiden. Der Ausschuss-Vorsitzende, Fellbachs Oberbürgermeister Christoph Palm (CDU), warnte am Dienstag vor zu viel Sicherheitstechnik: “Schulen sollen Orte des Wohlfühlens bleiben.“

Amoklauf in Winnenden

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

Der fast 900 Seiten starke Bericht des im April 2009 eingesetzten Ausschusses greift rund 70 Vorschläge des Expertengremiums der Landesregierung auf. Er ergänzt sie um 39 weitere Vorschläge sowie acht Handlungsfelder, darunter Stärkung der Medienpädagogik, Sicherheit an Schulen und Gewaltvorbeugung im Jugendsport. Es sei klar geworden, dass ein Amoklauf nie eine Kurzschlusshandlung sei, sagte Palm. Am Anfang steht demnach, dass junge Menschen sich viel schneller als andere gekränkt fühlen. Die empfundenen Verletzungen führen dazu, dass ein potenzieller Täter sich mit anderen Amokläufen befasse und dann einen erweiterten Selbstmord plane.

dpa

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