Vorerst doch keine Luftraum-Sperrung

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An den Flughäfen in Deutschland (Foto: München) herrscht vorerst normaler Flugverkehr

Frankfurt/Main - Entgegen erster Befürchtungen wird es wohl vorerst keine neue Sperrung des deutschen Luftraums wegen Vulkanasche aus Island geben.

Wie der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab, am Samstagabend dem DAPD sagte, hat sich die Lage etwas entspannt. Bis einschließlich Dienstag sei nicht mit einer Beeinträchtigung des Luftverkehrs zu rechnen, sagte er unter Hinweis auf neue Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Zuvor hatte die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, zu Beginn der neuen Woche könnten abermals wegen der Vulkanasche Flughäfen geschlossen werden. Demnach bestätigte die DFS der Zeitung entsprechende Hinweise des Deutschen Wetterdienstes, wonach von Montag an mit einer erhöhten Konzentration von Vulkanasche im deutschen Flugraum zu rechnen sei. Dann sei eine Sperrung einiger oder aller deutschen Flughäfen von Montagabend 20.00 Uhr an bis zum Mittwoch zu erwarten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Luftfahrt-Kreise. Für (den morgigen) Sonntag sind getrennte Messflüge der Lufthansa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geplant. DLR-Sprecher Andreas Schütz sagte dem DAPD, gegenwärtig sei geplant, ein Messflugzeug des DLR starten zu lassen. Das werde aber kurzfristig in Abstimmung mit den Vorhersagen zur Vulkanasche und zur Wetterlage entschieden. Das Flugzeug solle am Sonntag starten, wenn das wegen der aktuell regnerischen Wetterlage nicht möglich sei, dann am Montag. Die Lufthansa kündigte für Sonntag ebenfalls einen Messflug an, der in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut Mainz erfolgen soll. Ein dafür speziell ausgerüsteter Airbus A340-600 soll um 09.00 Uhr vom Frankfurter Flughafen starten und danach mehrere Stunden Messdaten zur Konzentration der Vulkanasche über Europa sammeln, wie die Lufthansa am Samstagabend mitteilte. Die Flugunternehmen hatten bei der tagelangen Schließung des deutschen Luftraums im April kritisiert, dass das Flugverbot aufgrund von Computersimulationen und nicht auf der Grundlage von Messflügen erlassen worden sei. Auch in Großbritannien drohen erneute Flugverbote. Das Verkehrsministerium erklärte, der Luftraum werde möglicherweise von Sonntag bis Dienstag geschlossen. Dies könne auch einige der am meisten angeflogenen Flughäfen im Südosten des Landes betreffen.

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Lufthansa setzt neuen Sicherheitspiloten ein

Unterdessen wurde bekannt, dass der Sicherheitspilot der Lufthansa, der die Entscheidung des Unternehmens zu Sichtflügen während des Flugverbots kritisiert hat, künftig nicht mehr in dieser Position arbeiten wird. Man habe sich in “beidseitigem Einvernehmen“ darauf verständigt, dass der bisherige Amtsinhaber Jürgen Steinberg diese Funktion ab dem 1. August nicht mehr ausüben werde, sagte Lufthansa-Sprecherin Stefanie Stotz dem DAPD. Steinberg soll aber weiter als Pilot bei dem Unternehmen arbeiten. Stotz bestätigte damit einen Vorabbericht des “Spiegels“. Ein Sicherheitspilot bewertet und analysiert sicherheitsrelevante Fragestellungen. In dieser Funktion entschied Steinberg zusammen mit der Lufthansa-Geschäftsleitung und Flottenführung, dass während des tagelangen ersten Flugverbots wegen der Vulkanasche im April kontrollierte Sichtflüge erlaubt waren. Der “Spiegel“ hatte vor einer Woche berichtet, dass Steinberg nach heftiger Kritik von Lufthansa-Piloten seine Entscheidung bedauert habe: “Heute würde meine Empfehlung in der gleichen Situation lauten: Don't do it“, zitierte das Magazin ihn aus einem Aushang. Daraufhin hatte die Konzernleitung erklärt, es handele sich um Steinbergs Privatmeinung. Stotz betonte, das Unternehmen stehe weiterhin zu seiner Entscheidung für Sichtflüge.

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