Vierfachmord von Eislingen: Familie aus Hass umgebracht

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Andreas H. hat aus Hass seine Familie ermordet.

Ulm - Ein 19-Jähriger hat nun gestanden, seine Familie aus Hass umgebracht zu haben. Er hatte den cholerischen Vater nicht mehr ertragen. Doch er hatte auch Angst.

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Aus Hass hat der wegen des Vierfachmordes von Eislingen angeklagte 19-Jährige seine Familie umgebracht. Dies habe Andreas H. ihm berichtet, sagte der psychiatrische Gutachter am Freitag vor dem Landgericht Ulm. Der Sohn der getöteten Familie habe sich nicht unterordnen wollen. Er habe ein Bollwerk von Menschen gegen sich gehabt - sein Vater sei der Fürst gewesen, habe Andreas H. gesagt. Zunächst habe der junge Mann sich selbst gehasst und überlegt, sich das Leben zu nehmen. Monate vor der Tat im vergangenen Jahr sei dieser Selbsthass dann in Hass auf die Familie und vor allem auf seinen Vater umgeschlagen.

Andreas H. und sein Schulfreund Frederik B. sind angeklagt, die Eltern und die beiden Schwestern von Andreas H. aus Habgier in der Nacht zum Karfreitag 2009 im baden-württembergischen Eislingen erschossen zu haben. Der 20-jährige Frederik B. hat gestanden, die Schüsse alleine auf Bitten von Andreas H. abgefeuert zu haben. Andreas H. habe gesagt, er habe nicht selbst schießen können, sagte der Gutachter. Finanzielle Motive habe er abgestritten.

Angst vor dem Alleinsein

Alle seien gegen ihn gewesen, niemand habe zu ihm gehalten, fasste der Gutachter den Bericht des jungen Mannes zusammen. Er habe als Einziger den cholerischen Vater zur Rede gestellt. Sein Vater sei ein Patriarch gewesen; einnehmend und tonangebend. Obwohl er seinen Vater am meisten verabscheut habe, vermisse er ihn von seiner Familie am allermeisten, habe Andreas H. unter Tränen berichtet.

dpa

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