Viele Jugendliche nach Komasaufen in der Klinik

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Viele Jugendliche und Kinder nach Komasaufen in der Klinik.

Wiesbaden - Immer mehr Kinder und Jugendliche müssen mit akuten Alkoholvergiftungen stationär im Krankenhaus behandelt werden. 25.700 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren waren es 2008.

Im vergangenen Jahr waren es 25.700 junge Menschen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren und damit elf Prozent mehr als 2007, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Jahr 2000, als es noch 9.500 gewesen waren, stieg die Zahl der jungen “Komasäufer“ sogar um 170 Prozent und verdreifachte sich damit fast. Besonders drastisch war der Anstieg der jungen Menschen mit “akuter Alkoholintoxikation“ 2008 gegenüber dem Vorjahr bei den Kindern und bei den Mädchen.

Die Zahl der zehn- bis 14-Jährigen, die deshalb stationär behandelt werden mussten, nahm bei den Mädchen um 22 Prozent und bei den Jungen um 16 Prozent zu. In der Altersgruppe der jugendlichen und jungen Erwachsenen, also den 15- bis 20-Jährigen lag die Zunahme bei zehn Prozent bei den jungen Mädchen und bei neun Prozent bei den Jungen. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis unter 20 Jahren wurden mehr Männer (64 Prozent) behandelt; bei den Kindern im Alter von 10 bis unter 15 Jahren stellten die Mädchen den größeren Anteil (53 Prozent), obwohl ihr entsprechender Anteil an der Bevölkerung nur 49 Prozent beträgt. In beiden Altersgruppen stieg jedoch im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Patientinnen stärker als die der Patienten.

Alkoholmissbrauch zweithäufigster Einweisungsgrund

Alkoholmissbrauch war mit dem “Krankheitsbild“ psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol mit insgesamt 333.800 stationären Aufnahmen auch der zweithäufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt überhaupt. Der häufigste Krankheitsgrund Herzinsuffizienz lag mit 350.700 Fällen nur knapp darüber.

Insgesamt wurden im Jahr 2008 laut Statistischem Bundesamt knapp 18 Millionen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus vollstationär behandelt. Die Herzerkrankung Angina pectoris (268.900) nahm den dritten Platz ein. Von den knapp 18 Millionen Patienten waren 53 Prozent weiblich und 47 Prozent männlich. Das Durchschnittsalter der Behandelten lag bei 53 Jahren. Bezogen auf 100.000 Einwohner gab es 2008 insgesamt 20.291 Behandlungsfälle, das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr (20.003).

AP

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