Verunreinigtes Trinkwasser auf Almhütte: 130 Wanderer erkrankt

Kempten - Verunreinigtes Trinkwasser hat bei 130 Bergwanderern im Allgäu heftige Magen-Darm-Beschwerden verursacht.

Bis Samstagabend mussten fast 40 Menschen mit Rettungshubschraubern von verschiedenen Berghütten ins Tal geflogen werden, wie die Polizei in Kempten mitteilte. Alle seien zuvor in der Rappenseehütte gewesen, wo nach ersten Erkenntnissen schon seit einigen Tagen die Trinkwasseraufbereitungsanlage defekt sei. Die Hütte wurde am Sonntag vorübergehend geschlossen.

Bereits in der Nacht zum Freitag und am Freitagvormittag waren 20 Erkrankte mit Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufproblemen von der Kemptener Hütte und vom Prinz-Luitpold-Haus ausgeflogen worden. Am Samstag wurden weitere 19 Wanderer ins Tal geflogen und medizinisch versorgt. Insgesamt 35 Personen wurden im Krankenhaus stationär behandelt. Zudem wurde medizinisches Personal und medizinische Ausrüstung auf Berghütten gebracht. Ärzte erklärten sich freiwillig bereit, dort eine medizinische Versorgung anzubieten. Die meisten Betroffenen konnten ambulant versorgt werden. Das Gesundheitsamt habe sofortige Untersuchungen eingeleitet, erklärte die Polizei.

Die in 2.091 Meter Höhe gelegene Rappenseehütte wurde bis mindestens Mitte kommender Woche geschlossen; Wanderer wurden aufgefordert, sie nicht mehr anzusteuern. Die Schließung ermögliche gründliche Desinfektionsmaßnahmen, außerdem werde die Ursachenkette für die aufgetretenen Erkrankungen unterbrochen, hieß es. Die Polizei leitete Ermittlungen ein wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Bereits zurückgekehrte Wanderer mit entsprechenden Beschwerden können sich an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 01805 19 12 12 wenden.

AP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare