Verfolgungsjagd mit Radlader

Delmenhorst - Rund 40 Minuten hat die Polizei in Niedersachsen einen betrunkenen Mann auf einem Radlader verfolgt. Nur Schüße konnten ihn stoppen.

Nachdem mehrere Versuche fehlgeschlagen waren, den Fahrer zu stoppen, griffen die Beamten schließlich zu ihren Waffen und gaben mehrere Schüsse auf die Reifen der Baumaschine ab, um die gefährliche Fahrt noch vor Erreichen der Stadt Delmenhorst zu stoppen.

Laut Mitteilung der Polizei war eine Streifenwagenbesatzung am Samstagmorgen gegen 5.30 Uhr auf den Radlader aufmerksam geworden, der auf einer Bundesstraße unterwegs war. Der Fahrer ignorierte jedoch die Anhaltezeichen und setzte seine Fahrt unbeirrt fort. Mehrere Funkstreifenwagen kamen zur Unterstützung, aber auch die weiteren Anhaltezeichen und Anhalteversuche mit speziellen Nagelgurten auf der Straße sowie das Sprühen von Pfefferspray in die offene Fahrerkabine brachten keinen Erfolg.

Als der Radladerfahrer auf einen vor ihm langsamer werdenden Streifenwagen auffuhr und einen weiteren Streifenwagen seitlich rammte, halfen nur noch Schüsse auf die Reifen, wie die Polizei mitteilte.

Nach der 40-minütigen Verfolgung über 15 Kilometer wurde der Fahrer schließlich festgenommen. Dabei wurde er von einem Diensthund am Arm verletzt. Der 23 Jahre alte Mann aus Delmenhorst hatte die Baumaschine nach einem Diskobesuch entdeckt und sie für die Heimfahrt nutzen wollen. Eine Atemalkoholkontrolle ergab einen Wert von 1,04 Promille. Er besaß keinen Führerschein, der auch für den Radlader mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern erforderlich ist.

Den Mann erwartet ein Strafverfahren wegen Diebstahls, Straßenverkehrsgefährdung in Verbindung mit Trunkenheit und Fahrern ohne Führerschein. Insgesamt waren fünf Streifenwagen an dem Einsatz beteiligt. An zwei Wagen entstand Sachschaden in Höhe von 2.500 Euro, dazu kommen die vier zerstörten Reifen am Radlader.

ap

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