Urteil: Vater darf nicht ans Ersparte der Tochter

Coburg - Der Sparstrumpf minderjähriger Kinder ist für Eltern tabu - das hat das Landgericht Coburg am Freitag entschieden. Eine Frau hatte geklagt, weil ihr Vater sich an ihrem Sparbuch bedient hatte.

Eltern können keineswegs frei über die Ersparnisse ihrer Kinder verfügen - auch wenn sie im Besitz des entsprechenden Sparbuchs sind und einen Teil des Geldes von ihnen stammt. Das hat das Landgericht Coburg in einem am Freitag veröffentlichten Urteil entschieden. Es bestätigte damit ein Urteil des Amtsgerichts Kronach. Die mit dem Fall befasste Zivilkammer verpflichtete den Vater einer inzwischen volljährigen Frau dazu, die vom Konto der Tochter abgehobenen 1600 Euro an diese zurückzahlen (Aktenzeichen: 33 S 9/10; rechtskräftig).

Nach Ansicht des Gerichts hat der Vater in dem vorliegenden Fall schon deshalb keinen Anspruch auf das Geld, weil es sich im wesentlichen um Geschenke Dritter handele. Auch der Hinweis, der Vater habe die eingezahlten Beträge mit eigenem Geld aufgerundet, erlaubten dem Vater nicht den späteren Zugriff auf das Ersparte. “Nach der Lebenserfahrung ist davon auszugehen, dass der Vater auch die Aufrundungsbeträge seiner Tochter schenken wollte“, betonte die Zivilkammer. Das Gerichte schränkte aber ein, es seien auch andere Fälle denkbar: Etwa wenn Eltern regelmäßig Geld für ihr Kind auf ein Sparkonto einzahlten. Dann könnten sie auch weiterhin über das Geld verfügen.

dpa

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