Schäden

Wetter-Chaos in Deutschland: „Unwetter, wie es nur alle fünf bis zehn Jahre vorkommt“

Starke Unwetter sorgten auch am Dienstag (29.06.2021) für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren in Deutschland. Für die nächsten Tage wird erneut gewarnt.

Update vom Mittwoch, 30.06.2021, 12.30 Uhr: Wieder haben starke Unwetter mit heftigen Niederschlägen am Dienstagabend (29.06.2021) für eine Menge Schäden und Chaos in Teilen von Deutschland gesorgt. Besonders der Süden und der Westen wurde von Überschwemmungen mit vollgelaufenen Kellern und überspülten Straßen heimgesucht. Auch Hessen wurde von dem Unwetter nicht verschont.

In Südhessen war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Alleine in Frankfurt wurden innerhalb von zwei Stunden rund 700 Einsätze gemeldet. Grund dafür waren sturzflutartige Regenfälle, die zu zahlreichen Überschwemmungen in Kellern, Gärten, Garagen und Unterführungen führten. Unter anderem wurden Kanaldeckel von den Wassermassen hochgedrückt und Straßen literweise überspült. Der öffentliche Nahverkehr kam in einigen Stadtteilen von Frankfurt aufgrund des extremen Unwetters* zeitweise zum Erliegen, zudem kam es mancherorts zu Stromausfällen.

Im Kreis Odenwald gaben Hänge durch die starken Wassermassen nach und krachten hinunter. Dort stand das Wasser zum Teil kniehoch. Ein Wasserwerk fiel aufgrund von Überschwemmungen aus, weshalb auch die Trinkwasserversorgung zeitweise unterbrochen werden musste.

In Frankfurt am Main kam es am Dienstag (29.06.2021) zu einem starken Unwetter mit Sturzfluten auf den Verkehrsstraßen.

Gewitter-Serie über Deutschland: Starke Schäden in Bayern – Weitere Unwetter möglich

Auch in Nordhessen rückte die Feuerwehr mehrmals aus. Besonders betroffen waren die Gemeinden Söhrewald und Lohfelden im Kreis Kassel. Wie der Hessische Rundfunk berichtet, wurde dort eine komplette Ortsdurchfahrt, einige Keller und sogar ein Supermarkt geflutet. Einem Bericht von Wetter.com zufolge, hatten in Bayern heftige Unwetter einige Bäume umstürzen lassen und den Bahnverkehr beeinträchtigt. Über die Landeshauptstadt München zog ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner. Sturzbäche auf den Straßen schwemmten zum Teil Autos weg, die Kanalisation lief voll und sorgte für sprudelndes Wasser aus den Gullydeckeln, Öltanks und Stromkästen wurden außerdem stark beschädigt.

„Das war ein Unwetter, wie es nur alle fünf bis zehn Jahre vorkommt“, sagt Mirko Olzem von der Integrierten Leitstelle Landshut. Verletzt wurde laut aktuellem Erkenntnisstand aber niemand. Am Mittwochmorgen (30.06.2021) beruhigte sich die Wetterlage zunächst vielerorts. Allerdings warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Tagesverlauf vor weiteren Unwettern* mit Starkregen. Diesmal sei der Osten und Nordosten von Deutschland stark betroffen. Auch in Hessen soll es die nächsten Tage überwiegend nass und grau bleiben. Vereinzelt sei auch dort mit starken und unwetterartigen Regenfällen zu rechnen.

DWD warnt vor starkem Unwetter - Überschwemmungen in Teilen von Deutschland

Erstmeldung vom Dienstag, 29.06.2021, 9.26 Uhr: Stuttgart – Der Deutsche Wetterdienst hatte am Montag mehrfach vor schweren Unwettern*, inklusive Starkregen und Hagel, gewarnt. Zudem gab es Warnungen vor möglichen Tornados. In der Nacht auf Dienstag (29.06.2021) wüteten die Gewitter schließlich in einigen Teilen Deutschlands.

Besonders hart traf es den Südwesten. Dort wurden vielerorts die Straßen überschwemmt. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, da zahlreiche Bäume umstürzten und Keller vollliefen. Das bestätigten beispielsweise Polizeisprecher aus Pforzheim und Stuttgart. An der Nagold, einem Fluss in Baden-Württemberg, wurde eine größere Mauer über mehrere Meter quasi von den Fluten weggerissen. Auch die Deutsche Bahn vermeldete teils massive Probleme im Schienenverkehr. Zwischen Stuttgart und Ulm wurde beispielsweise eine Strecke stundenlang durch einen Baum blockiert.

Unwetter ziehen über Deutschland – Zahlreiche Feuerwehreinsätze im Süden

Der DWD warnte auch noch am späten Montagabend vor der Gewitterfront und „teils extremen Unwettern“. Hotspot war dabei vor allem der Schwarzwald und die Region um den Bodensee. Dort fielen große Hagelkörner und bis zu 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter. Doch nicht nur Baden-Württemberg war von den Unwettern betroffen, sondern auch Rheinland-Pfalz und Hessen. Auch dort liefen viele Keller voll und mehrere Straßen wurden von umgefallenen Bäumen blockiert. Die Polizei vermeldete in Rheinland-Pfalz mehrere Unfälle in Folge des extremen Wetters, beispielsweise auf der A3.

Wetter in Deutschland

Unwetter sorgt für überflutete Straßen und Unfälle*

Auch in Hessen blitzte es vielerorts. Insbesondere in Südhessen sorgte Starkregen für zahlreiche Feuerwehreinsätze, beispielsweise im Odenwald.* Für Bayern gab der Deutsche Wetterdienst unter anderem eine Warnung vor einer „Superzelle“ bekannt. Sie zog mit „großem Hagel, orkanartigen Böen und heftigem Starkregen“ durch die Region. Am Dienstagmorgen folgte schließlich das Resümé der Meteorologen: „Ein in Teilen Deutschlands unwetterträchtiger Montag liegt hinter uns. Neben Hagel und lokal schweren Sturm- bis Orkanböen gab es mitunter auch extreme Regenmengen“, so die Fachleute des DWD. Auch am Dienstag wird wieder vor Gewittern in Deutschland gewarnt.* Vor allem im Nordosten und in der Südhälfte ist die Unwettergefahr erneut groß. Eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes erklärte am Dienstagmorgen, dass noch kein Ende des Unwetters in Sicht sei.

Unwetter in Deutschland: Hier wird es heute brenzlig

(tu/as mit dpa/afp) *hna.de, op-online.de und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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