Untersuchungshäftling nimmt sich das Leben

Berlin - Erneut hat sich in Berlin ein Untersuchungshäftling das Leben genommen. Es ist der dritte Suizid eines Berliner Untersuchungshäftlings in wenigen Wochen.

Das bestätigte Justizsprecher Bernhard Schodrowski der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag auf Anfrage. Es ist der dritte Suizid eines Berliner Untersuchungshäftlings in wenigen Wochen. Nach dpa-Informationen handelt es sich bei dem Mann um einen 45 Jahre alten Kampfsportlehrer, dem seit vergangener Woche im Kriminalgericht Moabit der Prozess gemacht wurde. Er soll im Mai in Berlin seine Freundin tot geprügelt haben. Für Montag war der zweite Prozesstag angesetzt.

Nach dpa-Informationen hat sich der 45-Jährige im Gefängnis in Moabit erhängt. Zu Prozessbeginn am vergangenen Mittwoch hatte er geschwiegen. Vor Gericht wurde aber das Protokoll einer früheren Vernehmung verlesen. Darin gab der Inhaber einer Kampfsportschule zu, mit einem Kampfstock auf seine 24-jährige Lebensgefährtin eingeprügelt zu haben. Er habe sie aber nicht töten wollen. Die Frau lag mehrere Tag tot in dem Sportstudio, bis ein Kampfsportschüler die Polizei alarmierte.

In seiner Vernehmung hatte der Karatelehrer von seinem Entsetzen über seine Gewalttat gesprochen. Er habe apathisch zwei Tage neben seiner Freundin verharrt und sich dann Tabletten und Alkohol besorgt, um sich das Leben zu nehmen. Auch einem Sportschüler, der später die Polizei alarmierte, soll der 45-Jährige am Telefon von Selbstmordabsichten erzählt haben.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich ein 68-Jähriger im Untersuchungsgefängnis das Leben genommen. Er soll versucht haben, seine Frau und seine Ex-Frau zu töten. Vor vier Wochen hatte sich ein 20-Jähriger getötet, der wegen versuchter Erpressung des Internet- Netzwerks Schüler VZ in Haft saß.

dpa

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