Sommertrend Shorts nur für makellose Beine

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Shorts sind der neue Sommertrend.

Hamburg - Kurze Hosen galten in der Modewelt lange Zeit als heikel. In diesem Sommer sind sie trendy. Aber Vorsicht: Experten sagen, wer sie tragen kann und wer es besser lässt.

Endlich: Hochsommerliche Temperaturen in Deutschland - und die Menschen zeigen Haut. War es vor einigen Jahren noch der Trend “bauchfrei“, sind es in diesem Jahr Shorts, die den Blick auf nackte Beine lenken. Ob luftig weit, eng und knackig oder sportlich - es gibt viele Varianten, eine kurze Hose zu tragen. Frauen werden Shorts und Hot Pants von den Modeanbietern deutlich als Trendware angeboten, sagt Gudrun Allstädt, die bei der Fachzeitung “TextilWirtschaft“ in Frankfurt für Damenmode verantwortlich ist. “Die Läden sind jetzt überrascht, dass der Trend so gut angenommen wird.“ Immer wieder sei die beinfreie Mode erfolglos propagiert worden und gelte in der Branche eigentlich als “heikle Geschichte“.

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Die Erklärung der Expertin: Da die kurzen Hosen mit Leggins oder - “was noch cooler ist“ - mit Radlerhosen drunter kombiniert werden, seien sie auch bei kühleren Temperaturen tragbar. Zudem könnten Frauen, die ihre Beine nicht so schön finden, diese so bis zum Knie verdecken, sagt Allstädt. Dass die längeren engen Hosen unter Shorts und Miniröcken lange Zeit als No-Go galten, hätten sich bloß “altbackene Herrschaften überlegt, die meinten, mitreden zu können“. Wichtig sei, dass die Shorts möglichst lässig wirken.

Shorts sind für Herren tabu

Bei den Herren hingegen sind die “Kurzen“ immer noch tabu, wie ihr Kollege André Bangert sagt: “Männer sollten kein Bein zeigen. Wer schön gekleidet sein will, trägt eine lange Hose.“ Das sehen die Designer auf der Mailänder Modewoche aber anders. Dort liegen Shorts in diesem Jahr auch bei Männern voll im Trend. In dem angesagten Mode-Blog “Lesmads“ wird die kurze Bundfaltenhose mit lässigem Hemd - jedenfalls für Frauen - auch “als stilsichere Kombination“ gefeiert. Bei “Styleranking“ im Internet heißt es: “Shorts zeigen sich in allen Varianten. Besonders stylisch wirken sie weit geschnitten und mit Bundfalten.“

Nach Meinung der “Brigitte“-Moderedakteurin Anne Petersen ist eine Art von Shorts zur Zeit die angesagteste: “Die Kurze mit Umschlag“. Die könne aber auch nicht jede tragen, warnt die Fachfrau. “Kurze Shorts mit Umschlag sind eigentlich nur etwas für Teenager - wenn man Fohlenbeine hat.“ Und was machen diejenigen, die keine “Fohlenbeine“ haben? “Sommerkleider tragen, die kurz über oder unter dem Knie enden - die sind genauso luftig“, meint Petersen.

Auch die “Benimmgräfin“ Amélie Gräfin von Montgelas, die im niederbayerischen Offenberg in einem Schloss lebt und Trainings zu Stil und Etikette anbietet, ist mit Shorts eher zurückhaltend: “Wenn die Figur nicht passt, sollte ich mich mit Shorts und kurzen Hosen tunlichst zurückhalten. Wenn man schöne Beine hat, sind sie eher erlaubt.“ Trotzdem sollte man in der Stadt nicht mit zu heißen Höschen herumlaufen. Das sei zu provokant, meint die Gräfin. “Warum muss man denn gleich alles zeigen?“, meint sie. “Alles, was dem Auge nicht guttut, würde ich lassen.“

dpa

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