Identifizierung per Geschlechtsteil

Nach Kontakt mit 13-Jähriger: Polizist muss sich unten rum fotografieren lassen

Gegen einen Polizisten aus Brandenburg läuft ein Ermittlungsverfahren, weil er sich auf sexuelle Kontakte zu einer Minderjährigen eingelassen haben soll. In diesem Zusammenhang wird der Beamte vom Gericht zu einer ungewöhnlichen Maßnahme verpflichtet.

Cottbus - Einem Brandenburger Polizisten wird vorgeworfen über seinen Dienstrechner von einem privaten Account aus erotische Kontakte zu einer 13-Jährigen unterhalten zu haben. 

Hierbei soll nicht nur die Kontaktaufnahme von ihm ausgegangen sein, er soll auch noch Bilder von der Minderjährigen gefordert haben, wie die Bild berichtet. Den Chatverkehr soll der Polizist von August 2016 bis Februar 2017 aufrecht erhalten haben - erst nach diesem halben Jahr entdeckte der Vater des Mädchens den unmoralischen Kontakt. Polizeisprecher Torsten Herbst zufolge sei der Beamte Ende vergangenen Jahres bis zum Abschluss des Strafverfahrens vom Dienst suspendiert worden. 

Eilantrag des Beschuldigten abgelehnt

Der angeklagte Polizist muss zudem im Rahmen der erkennungsdienstlichen Maßnahme nicht nur Fotos von seinem Gesicht und Körper erdulden, sondern auch Aufnahmen von seinem Geschlechtsteil. Der Eilantrag des Beschuldigten gegen diese Maßnahme wurde jetzt jedoch vom Verwaltungsgericht Cottbus zurückgewiesen

Dem Brandenburger Polizisten wird zwar seitens des Gerichts nur zur Last gelegt, dem Mädchen Bilder von seines Gesicht und unbekleideten Oberkörpers geschickt zu haben. Bei Tätern, die ein Sexualdelikt begehen, sei jedoch durchaus zu befürchten, dass sie auch Bilder von ihrem Intimbereich verschicken, begründete das Verwaltungsgericht. 

Hervorgehobene Bedeutung von Geschlechtsteilen

Besonders im Zusammenhang mit künftigen Ermittlungen könne die Erfassung des Geschlechtsteils förderlich sein. Obwohl die Identifizierung nicht so eindeutig möglich sei wie bei Gesichtszügen, weisen diese Körperteile Merkmale und eine Variationsbreite hinsichtlich Größe, Farbe und Gestalt auf, so die Richter. Dies ermögliche zumindest eine Eingrenzung der in Betracht kommenden Verdächtigen. „Sexualdelikte sind davon geprägt, dass den Geschlechtsorganen bei der Tatbegehung eine hervorgehobene Bedeutung zukommt“, so das Gericht. 

ang

Rubriklistenbild: © dpa / David Ebener (Symbolbild)

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