Schweinegrippe: EU ebnet Weg für Impfung

London - Die EU macht den Weg frei für Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) in London empfahl am Freitag, zwei Impfstoffe europaweit zuzulassen.

Es handelt sich um die Impfstoffe “Pandemrix“ des Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline und “Focetria“ von Novartis. Beide Stoffe wurden laut Mitteilung der EMEA der EU- Kommission zur Freigabe vorgeschlagen.

Die Kommission muss nun noch formal grünes Licht für die Genehmigung der Impfstoffe gegen das neue H1N1-Virus geben. Das soll schnellstmöglich passieren. Erst dann kann mit den Impfungen in Europa begonnen werden.

Über das weitere Vorgehen entscheiden die einzelnen EU-Staaten eigenständig. In Deutschland organisieren die Bundesländer die Impfung. Eine generelle Impfempfehlung will das Robert Koch-Institut Anfang nächster Woche aussprechen.

Lesen Sie auch:

WHO: Schweinegrippe-Impfstoffe könnten knapp werden

Schweinegrippe-Impfung kann Mitte Oktober beginnen

Die Arzneimittelbehörde empfiehlt nach Tests bei 6000 Menschen zwei Impfungen. Diese sollten Erwachsenen - darunter auch Schwangeren - und Kindern ab sechs Monaten im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Die Behörde räumte allerdings ein, in den nächsten Monaten weitere klinische Studien durchzuführen und ihre Empfehlungen an deren Ergebnisse anzupassen. Untersuchungen von anderen Instituten hatten zuletzt ergeben, dass bereits eine Dosis ausreichen könnte.

Novartis habe schon vor der Entscheidung der EMEA mit der Auslieferung des Impfstoffs an europäische Staaten begonnen, teilte das Pharmaunternehmen in Basel mit. Die Empfehlung der EU-Behörde bezeichnete Novartis in einer ersten Stellungnahme als “Meilenstein, um einen Pandemie-Impfstoff in Europa auf den Markt zu bringen“.

Am Donnerstag hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt, dass der Impfstoff gegen das H1N1-Virus bereits vielerorts verfügbar sei. In China würde das Serum schon verteilt. Weltweit könnten 26 Hersteller etwa drei Milliarden Dosierungen im Jahr herstellen.

dpa

Rubriklistenbild: © ap

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare