Verrücktes Schulfach: Auto waschen für die Lehrer

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In Kaarst waschen Schüler die Autos der Lehrer - im Unterricht.

Kaarst - An einer Schule in Nordrhein-Westfalen fahren die Lehrer stets mit sauber geputzten Autos vom Hof. Grund: Es gibt ein neues Schulfach - "Hausmeister-Service".

In diesem Fach werden aber nicht nur die Autos der Lehrer gewaschen, wie die Rheinische Post berichtet. Die Schüler müssen auch den Schulhof reinigen, die Fenster putzen oder kleinere Reparaturarbeiten durchführen.

Das Fach "Hausmeister Service" gibt es an der Sebastianus-Schule für Geistigbehinderte in Holzbüttgen, einem Stadtteil von Kaarst. Diese Maßnahme ist Teil eines Konzepts zur Berufsförderung der Schüler. So steht es zumindest in der offiziellen Stellungnahme des Schulamtes im Rhein-Kreis Neuss, der Träger der Schule ist.

Ganz offiziell soll das Konzept zu einer Schülerfirma verklärt werden - so befürchten es die Eltern der Schüler. "Wir wussten von nichts, sind von der Schulleitung nie über die Tätigkeiten informiert wurden", beschwert sich eine Mutter.

Ihr Sohn hatte ihr vor einigen Wochen eher beiläufig von seiner ungewöhnlichen Beschäftigung erzählt. Offenbar besteht das Projekt bereits seit Sommer 2009 - die Schüler reinigen die Lehrer-Autos in "Zweier-Teams".

Die Schulleiterin war dem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge nicht zu einer persönlichen Stellungnahme bereit. Sie verwies an das zuständige Schulamt. Dort bestätigte man den Vorfall, sieht aber keinen Grund zur Aufregung: "Schließlich werden die Arbeitsleistungen auch entlohnt", sagte Schulrätin Ulrike Hund. Der vereinbarte Betrag werde der Klassenkasse gutgeschrieben und Ausflüge oder Theaterbesuche bezahlt.

Die betroffenen Eltern wollen davon allerdings nichts wissen. Der jüngste Ausflug ins Phantasialand sei von ihnen selbst bezahlt worden. Mittlerweile ist auch die Schulaufsicht eingeschaltet.

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