Opfer schwerverletzt

Schleswig-Holstein: Personen mit Auto gerammt – AfD-Anhänger lösen Warnschuss aus

Schleswig-Holstein: Anhänger der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) sollen Demonstranten mit einem Auto gerammt haben. Die Polizei muss einen Warnschuss abgeben. 

  • AfD-Anhänger sollen Demonstranten mit Auto gerammt haben.
  • Protest in Schleswig-Holstein eskaliert. Ein Schwerverletzter.
  • Polizei muss Warnschuss abgeben.

Bad Segeberg/Hamburg – In der Gemeinde Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) in Schleswig-Holstein eskalierte am Samstagabend, 17. Oktober 2020, eine Kundgebung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). AfD-Anhänger sollen einen Gegendemonstranten mit einem Geländewagen gerammt haben. Daraufhin gehen rechte und Demonstranten aufeinander und die anwesende Polizei los. Die muss einen Warnschuss abgeben, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Gemeinde in Schleswig-HolsteinHenstedt-Ulzburg
BürgermeisterStefan Bauer
Postleitzahl24558
Bevölkerung26.529 (31. Dez. 2008)
Vorwahl04193

Schleswig-Holstein: AfD-Anhänger sollen Demonstranten mit einem Auto gerammt haben

Vor dem Bürgerhaus in Henstedt-Ulzburg ist am Samstag, 17. Oktober 2020, ab 14:30 Uhr eine Demonstration angemeldet. Unter dem Motto „Keine AfD in Henstedt-Ulzburg“ demonstrieren rund 200 Personen gegen die Partei. Auch die Gruppe „Omas gegen rechts“ unterstützte den Protest. Die Polizeidirektion Bad Segeberg beschreibt die Teilnehmer als Personen aus dem „bürgerlichen Spektrum“.

AfD-Anhänger sollen Vertreter der linken Szene mit einem Pick-up gerammt haben. Die Polizei musste einen Warnschuss abgeben. (24hamburg.de-Montage)

Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Gegendemonstration. Banner werden hochgehalten, Trillerpfeifen benutzt, Reden gehalten. Hintergrund ist eine AfD-Veranstaltung im Bürgerhaus der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Jörg Meuthen, einer von zwei Parteivorsitzenden der AfD, ist extra dafür angereist. Alles bleibt vorerst friedlich.

Demonstration eskaliert: Polizei muss Warnschuss abgeben

Bis die Veranstaltung der Partei AfD am Samstag, 17. Oktober 2020, gegen 18:30 Uhr endet. Zur gleichen Zeit soll auch die Demonstration vor dem Bürgerhaus der Gemeinde Henstedt-Ulzburg beendet werden. Doch es kommt anders. Die Polizeidirektion Bad Segeberg berichtet, dass sich eine Gruppe von „fünfzig bis sechzig Personen der linken Szene“ im Zugangsbereich der AfD-Veranstaltung versammelt hätten. Die Polizei beschreibt sie als Mitgleider der „Antifa“.

Sie waren schwarz gekleidet und teilweise vermummt. Schon vor dem offiziellen Ende der Demonstration vor dem Bürgerhaus der Gemeinde Henstedt-Ulzburg und der AfD-Veranstaltung kam es zu Beleidigungen, Pöbeleien und Handgreiflichkeiten. Neben den Gästen der rechten Partei seien davon auch Polizeibeamte betroffen gewesen.

Ein Schwerverletzter: Demonstrant von Auto überfahren

Gegen Ende der Veranstaltung eskaliert die Situation. Die AfD-Anhänger und die linke Szenen geraten aneinander. Plötzlich rammt ein Auto die linken Gegendemonstranten. Kein Kleinwagen, ein Pick-up-Truck. Wie der NDR berichtet, sollen in dem Auto AfD-Anhänger gesessen haben. Weil die Ermittlungen noch laufen, kann die Polizei das nicht bestätigen. Eine Person, die mit Fahrzeug getroffen wurde, musste schwerverletzt in ein Krankenhaus in Hamburg eingeliefert werden.

Wegen des Unfalls gerät die Konfrontation völlig außer Kontrolle. Es kommt zu „Aggressionsdelikten“, wie es die Polizei ausdrückt. Linke und rechte Demonstranten gehen aufeinander los. Auch die Polizei wird von den Angriffen nicht verschont. Die Beamten sehen keine andere Möglichkeit, als einen Warnschuss abzugeben. Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Unfallverursacher wegen „gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr“. Nach einer ersten Befragung durfte der Beschuldigte die Dienststelle jedoch wieder verlassen.

AfD-Anhänger und Antifa geraten aneinander: Polizei feuert Warnschuss ab

Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat die rechte Szene, befeuert von Verschwörungstheoretikern wie Attila Hildmann*, enormen Zuwachs bekommen. Die Polizei Hamburg* musste sogar eine eigene Verwaltungsangestellte entlassen, weil sie sich als Reichsbürgerin entpuppte*. Der Konflikt zwischen den politischen Lagern wird dabei auch regelmäßig gewalttätig. So ließ sich Attila Hildmann in eine Schlägerei verwickeln*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa & Federico Gambarini/dpa & Charlie Shoemaker/dpa

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