Rutschpartie in Deutschland - Schneesturm in den USA

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Das Winterwetter hat Deutschland und die USA weiter fest im Griff.

Hamburg/Washington - Während in Deutschland Fußgänger und Autofahrer bei eisigen Temperaturen über spiegelglatte Fahrwege schlittern, tobt in Amerika ein schwerer Schneesturm.

Bis zum Samstagmorgen (Ortszeit) fielen in der US-Hauptstadt Washington streckenweise über 40 Zentimeter Schnee. Mehr als 100 000 Haushalte waren ohne Strom. Der öffentliche Nahverkehr kam praktisch zum Erliegen. Die Behörden riefen die Menschen auf, zu Hause zu bleiben.

Ähnlich sah es in Baltimore aus. Die benachbarten Bundesstaaten Virginia und Delaware riefen den Notstand aus. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Nach Angaben von US-Meteorologen sollte es bis Samstagabend weiter schneien. Dann könnten bis zu einem Dreiviertel Meter Schnee fallen, das wäre der schwerste Schneesturm seit rund 90 Jahren.

Neuer Dauerfrost - Hochbetrieb in deutschen Krankenhäusern

In Deutschland rückt nach einer kurzen Tauwetter-Periode wieder frostige Kälte heran. Scharfer Ostwind, eisige Temperaturen und Polarluft - der Winter kehrt mit aller Macht zurück. Die Meteorologen erwarten für die kommenden Tage erneut Tiefstwerte von bis zu minus 15 Grad. “In den nächsten Tagen herrscht Dauerfrost. Nachts wird es bitter kalt“, sagte Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Samstag in Offenbach.

Vereiste Gehwege, Salzknappheit und jede Menge Knochenbrüche gab es fast überall. Die Hamburger Umweltbehörde plant für Montag ein “Krisentreffen“ mit Vertreter der Bezirksämter, der Finanzbehörde, des Verkehrsverbundes sowie der Stadtreinigung: Sie sollen beraten, wie die Gehwege schnellstmöglich vom Eis befreit werden können.

In Notaufnahmen der Krankenhäuser herrscht Hochbetrieb, deutlich mehr Verletzte als an anderen Tagen müssen behandelt werden. So stockten die Asklepios-Kliniken in Hamburg für die gestiegene Zahl der “Eis-Opfer“ ihre Notaufnahmen mit Ärzten und Pflegern auf.

Probleme bei der Bahn

Schnee und Eis machen auch der Bahn schwer zu schaffen. Ein Konzernsprecher berichtete von Problemen mit dem sogenannten Schotterflug. Dabei würden die Fahrzeuge beschädigt, weil Eisklumpen während der Fahrt von den Zügen abfallen und den Schotter im Gleisbett gegen den Unterboden schleudern. Die Folge seien oft längerfristige Reparaturen.

Schiff auf dem Weg nach Hiddensee

Die Bewohner der vom Eis eingeschlossenen Ostseeinsel Hiddensee schöpften dagegen neue Hoffnung. Der Eis brechende Tonnenleger “Görmitz“ erreichte am Samstagmittag den Vitter Bodden, sagte Bürgermeister Manfred Gau. Wenn es gelinge, das Eis zwischen den Häfen Vitte und Schaprode auf Rügen aufzubrechen, wäre die Insel nach neun Tagen erstmals wieder auf dem Wasserweg erreichbar. Zuletzt war am 28. Januar ein Schiff gefahren. Seit Dienstag wird Hiddensee per Hubschrauber versorgt, Urlauber wurden ausgeflogen.

Eingeschränkter Winterdienst in Niedersachsen

Frohe Botschaft aus Niedersachsen: Obwohl die Winterdienste mit dem knappen Streusalz am Wochenende geizten, passierten am Samstag in dem Bundesland kaum Verkehrsunfälle. Die noch vorhandenen Reste des Streumittels sollen für den Start des Berufsverkehrs am Montag aufbewahrt werden, hatte die Landesverkehrsbehörde mitgeteilt. Am Montag wird die nächste Lieferung erwartet.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) versprach unterdessen eine rasche Ausbesserung der Winterschäden auf Deutschlands Straßen. In einem Interview mit der Zeitung “Bild am Sonntag“ sagte der Minister: “Ich lasse gerade feststellen, welche Mittel im Bereich Straßenbau dafür verfügbar sind, um schnellstmöglich die Winterschäden ausbessern zu lassen.“

Heiße Rhythmen bei frostigem Wetter - Bremen feiert Karneval

Norddeutsche Narren ließen sich die Partylaune nicht vermiesen: Mit brasilianischen Rhythmen feierten Musiker, Tänzer und Maskenspieler den Bremer Samba-Karneval. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zog der Tross vom Marktplatz ins Ostertorviertel, bejubelt von mehr als 15 000 Zuschauern.

dpa

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