Schichtwechsel in „Susis Show Bar“

Reeperbahn Online: Rotlicht-Rettung – Susis Showbar im Stream

Wegen Corona: Revolution auf der Hamburger Reeperbahn. Berühmter Stripclub auf St. Pauli überträgt Shows jetzt online. Ist das die Rettung?

  • Susis Show Bar“ ist Hamburgs bekanntester Stripclub.
  • Coronavirus-Pandemie trifft das Lokal stark.
  • Das Lokal an der Reeperbahn steigt jetzt auf Online-Shows um.

Update vom 13. Januar 2021: Hamburg – Aufgrund des harten Corona-Lockdowns ist Hamburgs Rotlichtmeile derzeit wie ausgestorben. Wo normalerweise 30 Millionen Besucher im Jahr auf der Suche nach sündigem Vergnügen sind, herrscht momentan Stille. Doch die Betreiber der Strip-Lokale auf St. Pauli wollen sich von den Corona-Maßnahmen nicht unterkriegen lassen und überraschen mit kreativen Notfall-Plänen. Das Kult-Lokal „Susis Showbar“ beispielsweise weicht kurzerhand auf Online-Shows aus.

Nachtclub:Händlerlogo Susis Show Bar
Adresse:Beatles Platz 1, 22767 Hamburg
Menü:susis-show-bar.de

Hamburg-Reeperbahn: Susis Showbar setzt auf Strip-Show per Stream

„Die Lage ist dramatisch. Wir haben zwar erste staatliche Hilfen erhalten, doch das reicht natürlich nicht lange. Wir arbeiten nun an einem Online-Konzept, wollen so schnell wie möglich starten. So kann die ganze Welt, die sonst hier zu Gast war, St. Pauli weiter erleben. Wir sind das auch unseren Mädels schuldig“, erklärt Geschäftsführer Chris Schnell (40) gegenüber der Bild.

Susis Showbar im Stream: Das Strip-Lokal hat sich wegen der Corona-Krise für ein Online-Konzept entschieden (24hamburg.de-Montage)

Die Stripperinnen befinden sich überwiegend in Kurzarbeit oder haben verdienen ihr Geld mit Aushilfsjobs. „Ich möchte nicht als Kassiererin an der Supermarktkasse enden ...“, erzählt die Angestellte Kira (26) gegenüber der Bild. Doch Chris Schnell hat Hoffnung: „Das wird ein Erfolg. Viele Gäste haben sich bei uns gemeldet. Sie lieben den Kiez und sehnen sich nach uns zurück“.

Reeperbahn Revolution: Blanke Haut bei Kaffee und Kuchen am Nachmittag

Erstmeldung vom 14. Oktober 2020: Die Coronavirus-Sars-Cov-2-Krise* trifft auch die Rotlicht-Branche hart: Europas größtes Bordell, das „Pascha“ in Köln, musste wegen der Pandemie schließen*, 24hamburg.de berichtete. Auch die Reeperbahn * auf St. Pauli bekommt die Auswirkungen des Lockdowns und der Coronavirus-Maßnahmen knallhart zu spüren: Monatelang war die gesamte die Rotlicht-Szene tot, erst seit Mitte September dürfen die Prostituierten wieder arbeiten.* Nun droht das nächste Problem: die mögliche Sperrstunde. Um diese zu umgehen, wird in „Susis Show Bar“, Hamburgs bekanntestem Stripclub, bald schon nachmittags gearbeitet.

Wegen Coronavirus-Sperrstunde: „Susis Show Bar“ auf Hamburger Reeperbahn ändert Öffnungszeiten

Eigentlich erwacht das Hamburger Kult-LokalSusis Show Bar“ auf der Großen Freiheit erst am Abend zum Leben: Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens tanzen die Stripperinnen normalerweise. Im Gegensatz zu den Bordellen auf der Reeperbahn durfte das Striplokal schon Ende Mai wieder öffnen. Allerdings unter strengen Auflagen: Die Stripperinnen müssen beispielsweise hinter einer Wand aus Plexiglas tanzen. Außerdem gibt es große Personaländerungen: Während zu Hochzeiten 20 Frauen im Lokal tanzen, dürfen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nur noch 5 bis 7 Stripperinnen pro Schicht arbeiten. Auch die Zahl der maximal erlaubten Besucher wurde auf 40 Personen reduziert.

Schichtwechsel in „Susis Show Bar“: Künftig soll in Hamburgs Kult-Club nachmittags gestrippt werden (24hamburg.de-Montage)

Jetzt könnte „Susis Show Bar“, die schon seit dem Jahr 1987 ein fester Bestandteil der Reeperbahn ist, ein herber Rückschlag drohen. Das Coronavirus wütet in Hamburg weiterhin wild umher, die Neuinfektionen schießen in die Höhe. Der Hamburger Senat* hat darauf bereits mit einer erweiterten Maskenpflicht* reagiert. Auch die Einführung einer Sperrstunde wird in der Hansestadt derzeit diskutiert.

Hamburg: „Susis Show Bar“ (Reeperbahn, St. Pauli) führt Frühschicht ein – Stripperinnen tanzen wegen Coronavirus nun nachmittags

Für die Strip-Lokale auf der Reeperbahn, die erst in den späten Abendstunden ihre Türen öffnen, könnte die Sperrstunde ein großes Problem darstellen. Denn dann müssten sie wieder schließen. „Susis Show Bar“ will es nicht noch einmal so weit kommen lassen und ändert daher kurzerhand die Öffnungszeiten. „Wir bereiten uns auf alle Gegebenheiten vor, beobachten auch andere Bundesländer. Wir wollen nicht erst dann reagieren, wenn es zu spät ist“, erklärte Geschäftsführer Christian Schnell, der momentan um seine Existenz bangt, im Gespräch mit RTL. Seine Strategie: Er will eine Frühschicht einführen. Das bedeutet, dass die Stripperinnen künftig schon ab 15 mit dem Tanzen beginnen sollen. So erhofft Schnell sich, zumindest einige Kunden bewahren zu können.

Die Stripperinnen nähmen diese Änderung gerne in Kauf, erzählt Schnell. Denn für sie ist es in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ohnehin schwer, noch Einnahmen zu machen. Der Stripclub-Betreiber merke selbst, dass die Umsätze in letzter Zeit wieder sinken: „Seit ein paar Tagen merken wir wieder: Das Geschäft ist eingebrochen“. Er weist darauf hin, wie dringlich es sei, dass sich in diesen Tagen alle Gastronomie-Betreiber an die Corona-Maßnahmen halten. Ansonsten drohe ein zweiter Reeperbahn-Lockdown.

Coronavirus in Hamburg: Bars auf der Reeperbahn und Schanze halten sich nur bedingt an Regeln

Bei einer Groß-Razzia auf Hamburgs Kiez am zweiten Oktoberwochenende mussten die Beamten der Hamburger Polizei* ernüchternd feststellen, dass sich längst nicht überall an die Coronavirus-Regelungen gehalten wird. Einige Bar-Betreiber wandten sogar fiese Tricks an*, um den Kontrolleuren vorzugaukeln, dass sie sich an die Auflagen halten würden.

Coronavirus-Ausbrüche im Hamburger Schanzenviertel beweisen, welche schlimmen Folgen die Regel-Verstöße haben können: In der Szenebar „Katze“ steckten sich zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Covid-19 an*. Trotzdem soll der Weihnachtsmarkt Santa Pauli 2020 auf dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn* stattfinden. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa & Markus Scholz/dpa

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