Notwehr: Polizisten erschießen Heimbewohner

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Durch die Dienstwaffe eines Polizisten starb ein Mann unter noch ungeklärten Umständen.

Frankfurt/Main - Ein mit einem Schwert bewaffneter Mann hat am Samstag in einem Sozialzentrum in Frankfurt-Bonames die Polizei gerufen. Später starb er durch eine oder mehrere Kugeln der Beamten.

Der später erschossene 38-jährige Mann habe sich über Notruf gemeldet und gesagt, dass er eine Geisel habe und bewaffnet sei und dass jemand von der Polizei kommen müsse, so ein Sprecher der Frankfurter Kripo. Tatsächlich trat er den Beamten jedoch allein auf dem Flur einer Etage gegenüber, als diese gegen 14.00 Uhr eintrafen. Die Beamten hätten in Notwehr gehandelt, sagte die Bereichsleiterin des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten, Christine Heinrichs, am Sonntag auf DAPD-Anfrage.

Bei dem Vorfall waren nach Angaben des Sprechers drei Polizisten im Einsatz. Ob ein Beamter oder mehrere auf den 38-Jährigen schossen, war zunächst nicht bekannt. “Es wurden aber mehrere Hülsen am Tatort gefunden“, sagte der Sprecher weiter. Die Ermittler halten es für denkbar, dass der 38-Jährige die Beamten in Suizidabsicht provozierte. Die Leiche wurde bereits obduziert.

Bei dem Sozialzentrum handelt es sich um ein Heim für ehemals obdachlose alleinstehende Männer. Der Mann wohnte nach Angaben der Bereichsleiterin seit Ende Mai in der Einrichtung. “Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Mann die Polizei angerufen hat“, sagte Heinrichs weiter. Der 38-Jährige habe sich zuvor weder auffällig verhalten noch habe er mit Mitarbeitern des Zentrums Kontakt aufgenommen.

apn

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