Polizei schnappt Serienvergewaltiger

Düsseldorf - Der Polizei ist ein Serienvergewaltiger ins Netz gegangen: Der 46-Jährige aus Ahrweiler in der Eifel soll mit bizarren Methoden jahrelang Frauen missbraucht und vergewaltigt haben.

Im Lauf von mindestens 15 Jahren überfiel und vergewaltigte er Frauen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden: Ein 46-jähriger Serienvergewaltiger aus Ahrweiler in der Eifel hat bei der Polizei ein umfassendes Geständnis abgelegt. Insgesamt gestand der Schlosser, der bis zu seiner Verhaftung mit seiner Frau und zwei Kindern ein nach außen hin unscheinbares Leben führte, 21 vollendete und versuchte Vergewaltigungen, berichtete Kriminalhauptkommissar Reinhard Freuen am Dienstag in Düsseldorf. Der Verbrecher war bereits im März festgenommen worden.

Die Verbrechen geschahen laut Polizei zwischen 1995 und 2010. Der Täter überfiel seine Opfer meist in ihren Wohnungen, bedrohte sie mit einem Messer und zwang sie zu sexuellen Handlungen. Dem Verhafteten droht nun nach Angaben von Staatsanwalt Eberhard Harings eine Haftstrafe bis zu 15 Jahren. Außerdem will die Anklagebehörde eine Sicherungsverwahrung des Sexualverbrechers nach der Verbüßung der Strafe beantragen.

Erfolg mit der Mitleidsmasche

Selbst die Ermittler bezeichnen den Fall des 46-Jährigen als “außergewöhnlich“. Nicht nur wegen der Zahl der Opfer und der langen Zeit, die der Beschuldigte der Verhaftung entgehen konnte, sondern auch wegen des bizarren Verhaltens des 46-Jährigen. Denn der Sexualverbrecher gestand nicht nur die Vergewaltigungen, er brüstete sich auch noch damit, mehrere hundert Frauen durch bizarre Lügengeschichten zu sexuellen Handlungen bewegt zu haben. “Sie glauben gar nicht, wie naiv Frauen sein können“, sagte er in der Vernehmung. So schellte der Schlosser nach eigener Einschätzung in mindestens 1.000 Fällen an Türen, gab sich etwa als Behinderter aus, der seine Arme nicht gebrauchen konnte, und bat die Frau, ihm beim urinieren zu helfen.

In vielen Fällen habe der Angeklagte offenbar mit der Masche Erfolg gehabt, berichtete Kriminalhauptkommissar Freuen kopfschüttelnd. Mehr als 90 Fälle seien aktenkundig. Doch sind diese Taten nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht strafbar. Weniger bizarr als brutal war sein Vorgehen bei den Vergewaltigungen, bei denen er sein Opfer immer wieder mit Messern bedrohte. In die Wohnungen zu kommen, sei für ihn kein Problem gewesen, sagte der 46-Jährige den Beamten. Schließlich sei er Schlosser von Beruf. Sein “Werkzeug“ für die Taten - das Messer, eine aus einem Nylonstrumpf gebastelte Maske und Gummihandschuhe - habe er immer dabeigehabt.

Kaltblütig reagierte der Verbrecher, als er einmal am Tatort ein Stück seiner Handschuhe verlor und einen DNA-Abgleich befürchtete. Kurzerhand kehrte er an den Tatort zurück, mischte sich unter die inzwischen eingetroffenen Schaulustigen und nutzte eine günstige Gelegenheit, das Beweisstück unter den Augen der Polizei verschwinden zu lassen.

Der 46-Jährige habe privat ein völlig unauffälliges, biederes Leben geführt. Er sei verheiratet gewesen und habe zwei Kinder, berichtete Freuen. Er habe offenbar all die Jahre mit niemanden über die Taten gesprochen. Seine Frau ließ sich inzwischen von ihm scheiden und änderte ihren Namen und den ihrer Kinder. Der Angeklagte habe dafür zunächst kein Verständnis gehabt, berichtete der Polizeikommissar, genauso wenig wie für die Leiden, die er seinen Opfern zugefügt habe. Er sei eher damit beschäftigt, sich selbst zu bemitleiden.

ap

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