Pfosten auf Autobahn geworfen - Bewährung

Oldenburg - Zwei Jugendliche, die im vergangenen Jahr Leitpfosten von einer Autobahnbrücke in den fahrenden Verkehr geworfen haben, sind mit Bewährungsstrafen davon gekommen.

Für den Wurf von Leitpfosten auf die Autobahn A1 hat das Oldenburger Landgericht zwei Angeklagte zu jeweils einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Sie seien des vorsätzlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig, begründete das Gericht am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils Jugendstrafen von zwei Jahren und neun Monaten wegen versuchten Mordes gefordert. Die 18 und 19 Jahre alten Bremer hatten die Taten gestanden. Dabei waren im Dezember 2009 nahe Harpstedt (Niedersachsen) ein ziviles Polizeiauto getroffen und zwei Lastwagen verfehlt worden. Verletzt wurde niemand. Einen Tötungsvorsatz habe die Kammer nicht erkennen können, sagte der Vorsitzende Richter Dietrich Janßen. Das Motiv der Angeklagten sei aber offen geblieben. Vielleicht hätten sie wirklich nur “aus Jux“ die Leitpfosten auf die Autobahn geworfen - so lautete eine Aussage der Beschuldigten bei der Polizei.

Das Gericht legte die Bewährungszeit auf zwei Jahre fest. Die beiden Freunde müssen zudem mit einem Pädagogen ein Sozialtraining absolvieren. “Wir glauben, dass Sie Hilfe brauchen, damit diese wenig verständliche Geschichte aufgearbeitet wird“, sagte Janßen. Er hoffe, dass das halbe Jahr Untersuchungshaft und der Prozess den Angeklagten eine Warnung gewesen seien, nie wieder straffällig zu werden. In ihren Plädoyers hatten die Verteidiger betont, dass ihre Mandanten niemanden töten wollten und Bewährungsstrafen gefordert. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Männer den Tod von Menschen billigend in Kauf nahmen.

“Das war nicht nur ein dummer Jungenstreich“, hatte der Vertreter der Anklage, Tim Meyer, erklärt. Sie hätten genau gewusst, wie gefährlich ihr Handeln war. Schließlich hätten beide ausgesagt, dass sie den sogenannten Holzklotz-Fall kannten. Vor zwei Jahren war eine zweifache Mutter ums Leben gekommen, als ein Mann einen Klotz von einer Autobahnbrücke warf. Dafür verurteilte das Landgericht Oldenburg 2009 den damals 31- Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft - im selben Gerichtssaal, in dem am Dienstag auch die beiden Bremer verurteilt wurden.

dpa

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