Gefährlicher Vorfall auf Volksfest

Maskierte Gruppe nähert sich Polizist – dann fällt ein Schuss

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Mit Clowns- und Anonymousmasken verkleidet sorgte eine Gruppe in Paderborn für einen gefährlichen Tumult. (Symbolbild)

Mit einer Waffe zielte ein 32-Jährige auf das Gesicht eines Polizisten während eines Volksfestes. Der Beamte reagierte sofort.

  • Vorfall auf Libori in Paderborn
  • Maskierte Gruppe bedroht Polizisten
  • Ermittlungen eingeleitet

Paderborn – Zu einer gefährlichen Situation kam es am vergangenen Montag in Paderborn: Während des dortigen Libori-Fests hatte sich ein Polizist gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf dem Libori-Berg aufgehalten. Dann näherte sich ihnen jedoch eine Gruppe.

Zwei von ihnen trugen Anonymous-Masken, ein dritter eine Clownsmaske. Sie gingen auf die Beamten in Paderborn zu, wie Polizeipressesprecher Michael Biermann auf Nachfrage von owl24.de bestätigt. Unmittelbar vor dem Polizisten zog dann der Fremde mit der Clownmaske eine Waffe, richtete sie auf den Kopf des Uniformierten – und drückte ab.

Nach Schuss: Polizeieinsatz auf Libori-Fest in Paderborn

Der Beamte aus Paderborn reagierte sofort: Er griff nach der Waffe und dem Arm des Mannes und drückte ihn zu Boden. Dabei fiel die Waffe zu Boden und zerbrach – es hatte sich nämlich um einen Spielzeugrevolver gehandelt, wie owl24.de* berichtet.

Als der vermeintliche Angreifer auf dem Boden lag, reagierte die restliche Gruppe aggressiv. Für sie habe es sich lediglich um einen Spaß gehandelt, wie Biermann weiter berichtet. Weitere Beamte kamen dazu und drohten mit dem Einsatz von Pfefferspray. Die Situation konnte anschließend unter Kontrolle gebracht werden, als eine weitere Streife eintraf.

Libori-Fest in Paderborn: Gefahrenlage durch Anscheinwaffe

Eine Situation mit einer sogenannten "Anscheinwaffe" kann gefährliche Folgen haben. Normalerweise würde ein Polizist in einer solchen Situation seine Dienstwaffe ziehen, wenn eine Waffe auf ihn gerichtet wird. Ob diese echt oder nur aus Plastik sei, könne der Polizist innerhalb der ersten Sekunden nicht ausmachen – so wie der Beamte auf dem Libori-Fest in Paderborn.

Da sich der Uniformierte jedoch auf einem Volksfest befand, kam der Einsatz der Dienstwaffe nicht infrage. "Man kann nur froh sein, dass der Kollege so reagiert hat", berichtet Pressesprecher Biermann in Paderborn nach dem Vorfall. Doch der Schreck sitze dem Beamten noch in den Knochen, schildert Biermann: "Polizisten sind auch nur Menschen. Und auch, wenn keine reelle Gefahr vom Plastikrevolver ausging: Die gefühlte Gefahr ist eine reelle Bedrohung."

Nach Vorfall auf Libori-Fest in Paderborn: Ermittlungen wegen Bedrohung

Der "Schütze" (32) sowie die beiden weiteren maskierten Männer wurden daraufhin zur mobilen Wache auf dem Libori-Fest in Paderborn gebracht. Dort wurden die Personalien der Drei aufgenommen. Der 32-Jährige muss nun mit ernsten Konsequenzen rechnen: Die Polizei Paderborn ermittelt wegen des Verdachtes auf Bedrohung gegen den 32-Jährigen. Es drohen eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Kurz zuvor konnte die Zollfahndung einen großen Erfolg verbuchen: Bei der Kontrolle eines Pkw auf der A44 bei Paderborn fanden die Fahnder Drogen im Wert von rund 12.000 Euro. Kürzlich sorgte zudem dieser Vorfall für Aufregung: Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies sorgte mit seiner Rede in Paderborn für einen Rassismus-Eklat. Am "Tag des Handwerks" hatte er sich zu Menschen in Afrika und deren Geschlechtstrieb geäußert – und für Irritationen gesorgt.

*Owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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