"Ossi"-Prozess geht in die nächste Runde

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Prozess um Ossi-Absage geht in die zweite Runde.

Stuttgart - Der Prozess um den Vermerkt "(- Ossi)" auf einer Bewerbung gehtweiter, das kündigte der Anwalt der Klägerin an. In erster Instanz wurde dem potenziellen Arbeitgeber recht gegeben.

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Der sogenannte “Ossi“-Prozess geht weiter. “Ich halte das Urteil in den Entscheidungsgründen für angreifbar“, sagte der Anwalt der Klägerin, Wolfgang Nau, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe). Die Urteilsbegründung gehe zu wenig auf das Betriebsverfassungs- und das Grundgesetz ein. Zudem will Nau vor dem Landesarbeitsgericht erneut darlegen, warum in seinen Augen Ostdeutsche doch eine eigene Ethnie sind.

Das Arbeitsgericht Stuttgart hatte vergangene Woche die Klage einer 49-Jährigen abgelehnt, die als Ostdeutsche keine Stelle bei einer schwäbischen Firma bekam. Auf dem Lebenslauf hatte der potenzielle Arbeitgeber “(-) Ossi“ vermerkt. Den Vermerk beurteilte das Gericht zwar als Diskriminierung.

Er sei aber keine Benachteiligung wegen der “ethnischen Herkunft“ der Frau im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Der Arbeitgeber hatte argumentiert, dass der Frau nicht wegen ihrer Herkunft, sondern wegen fehlender Qualifikation abgesagt wurde. Nau rechnet damit, dass die Berufungsverhandlung im Juli oder August stattfinden könnte. Seine Mandantin sehe der Verhandlung “hoffnungsvoll“ entgegen, sagte er.

dpa

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