Illegal kopiert: Nutzer klaut Daten bei "SchülerVZ"

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Ein Junge sitzt vor einem Laptop, auf dem SchülerVZ zu sehen ist.

Berlin - Bei der Internet-Plattform “SchülerVZ“ ist es zu einem spektakulären Fall von Datenmissbrauch gekommen. Ein Nutzer habe eine Vielzahl von Profilen aufgerufen und illegalerweise Kopien von Daten angelegt.

Das teilten die VZ-Netzwerke am Freitagabend mit. Betroffen sei “eine größere Zahl“ von Nutzern, genaueres versuche man noch zu ermitteln, sagte ein Sprecher der AP am Freitagabend.

Man werde rechtliche Schritten gegen den Unbekannten einleiten. Zu den kopierten Daten zählten Namen und Angaben zu Schule, Geschlecht und Alter von Nutzern sowie Profilfotos. Das Unternehmen betonte, es handele sich um für alle Community-Nutzer einsehbare Daten; nicht betroffen seien Postadressen, E-Mail-Adressen, Zugangsdaten, Telefonnummern oder Fotoalben. “Wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um weitere illegale Zugriffe auszuschließen“, hieß es bei den VZ-Netzwerken. Man habe die Datenschutzbehörden umgehend informiert und werde rechtliche Schritte gegen Unbekannt einleiten.

Daten mit automatischen Leseverfahren abgegriffen

VZ-Sprecher Dirk Hensen betonte, es handele sich nicht um ein Datenleck: “Der Datenkopierer ist registrierter Nutzer bei SchülerVZ.“ Er habe sich keinen Zugriff zu Daten verschafft, zu denen er keinen Zugang hätte haben sollen. Vielmehr habe er automatische Leseverfahren - so genannte Crawler - eingesetzt, um aus dem Netzwerk öffentlich sichtbare Nutzerdaten zu kopieren. “Das Kopieren der Daten ist jedoch illegal und gleichzeitig ein schwerer Verstoß gegen unsere AGB“, sagte Hensen.

Man wolle die Abwehrmaßnahmen gegen automatische Leseverfahren verstärken. Zu den VZ-Netzwerken gehören die Plattformen SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ. Nach Unternehmensangaben sind dort mehr als 15 Millionen Mitglieder registriert. Die VZ-Netzwerke gehören zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

AP

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