Neue Rekorde beim "Girls' Day" 

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Girls' Day beim ZDF.

Bielefeld - Seit zehn Jahren schon nutzen Mädchen in Deutschland den "Girls' Day", um sich die Arbeitswelt anzuschauen. Im Jubiläumsjahr verzeichnen die Veranstalter erneut Rekorde.

Am zehnten “Girls'Day“ purzelten die Rekorde: Mehr als 130.000 Schülerinnen, über 9600 Aktionen und die millionste Teilnehmerin seit dem Start des bundesweiten Projekts im Jahr 2001. Die Beteiligung sei überwältigend, sagte Carmen Ruffer vom bundesweiten “Girls'-Day“- Koordinierungsbüro in Bielefeld am Donnerstag. Die intensive Beteiligung der Unternehmen zeige, dass der Aktionstag auch ein wichtiges Instrument gegen den Fachkräftemangel in technischen Berufen sei. Obwohl der Mädchentag in vielen Betrieben auch für männliche Teilnehmer offen ist, mahnte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) mehr Förderung für Jungen an. Parallel zum Girls'Day standen unter dem Motto “Neue Wege für Jungs“ bundesweit auch mehr als 9000 Plätze von rund 1000 Anbietern zur Auswahl.

Schirmherrin der weltweit größten Berufsorientierungsaktion für Mädchen war erstmals Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte die Mädchen aufgerufen, in klassische Männerberufe hereinzuschnuppern. “Ich habe schon Physik studiert und (...) ich darf Ihnen versichern: Auch Mädchen können das.“ Unternehmen, Organisationen und Hochschulen öffneten ihre Werkstätten und Labors. Die Mädchen sollen dabei Einblicke in Berufe gewinnen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind. Einer aktuellen Prognos-Studie zufolge werden dem deutschen Arbeitsmarkt im Jahr 2015 fast drei Millionen Fachkräfte fehlen. Frauen profitieren nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) von dem drohenden Fachkräftemangel in mathematisch-technischen Berufen.

“Die Chancen für Frauen sind sehr, sehr gut“, sagte BA- Vorstandsmitglied Raimund Becker der Nachrichtenagentur dpa. “Es wird nicht genug Männer geben, die studieren, und gut jeder siebte Physiker, Ingenieur und Mathematiker ist über 55 Jahre alt - die gehen in den nächsten Jahren in Rente.“ Dass es in der Unterstützung von Jungen auch Defizite gebe, betonte Familienministerin Kristina Schröder (CDU): “Wir müssen feststellen, dass wir in Deutschland die Jungs offensichtlich nicht so optimal fördern wie die Mädchen. Jungen haben schlechtere Schulabschlüsse, bleiben öfter sitzen, gehen häufiger auf die Hauptschule und seltener aufs Gymnasium“, sagte Schröder im ZDF- “Morgenmagazin“. So wie Mädchen stärker für wissenschaftliche und technische Berufe sensibilisiert werden, sollte man auch bei Jungen für soziale Tätigkeiten werben.

dpa

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