Neonazi gesteht: Student geschlagen und getreten

Berlin - Der mutmaßliche Haupttäer im Berliner Neonazi-Prozess hat gestanden, das Opfer aus der linken Szene geschlagen und getreten zu haben. Die Linken hätten aber zuerst angegriffen.  

“Ich war sehr wütend, ich bin ausgerastet“, sagte der 26-Jährige aus Heidesee (Brandenburg) am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Politische Motive bestritt er.

Die Schlägerei habe nichts mit “Links gegen Rechts“ zu tun. Wegen versuchten Mordes angeklagt sind vier Männer aus der rechtsextremistischen Szene im Alter zwischen 20 und 26 Jahren. Sie sollen “aus Wut und Gründen der Machtdemonstration“ versucht haben, den 22-jährigen Studenten zu töten. Das Opfer wurde schwer verletzt.

Nach Angaben seines Anwalts hatte er großes Glück, dass er den Überfall überlebte. Jegliche Erinnerung fehle. Inzwischen gehe es ihm besser. Der Schwerverletzte war mit Hirnblutungen und einem Jochbeinbruch auf die Intensivstation gekommen. Der Student soll am Dienstag als Zeuge gehört werden.

Es tue ihm leid, dass er den Mann so schwer verletzt habe, sagte der mutmaßliche Haupttäter. Er habe seinem Kumpel helfen wollen. Die vier Angeklagten hatten in der Nacht zum 12. Juli in der Diskothek “Jeton“ am S-Bahnhof Frankfurter Allee gezecht. Der Treff ist bei Rechtsextremen beliebt. Gegen Morgen trafen sie in der Nähe der S-Bahn auf eine Gruppe aus der linken Szene. Es sei zum Streit gekommen, sie seien zuerst von den Linken angegriffen worden.

Ebenfalls wegen einer schweren Attacke auf einen jungen Mann müssen sich seit Mittwoch zwei Rechtsradikale vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten. Die 27 und 34 Jahre alten Männer hatten laut Anklage im November 2008 ihr Opfer beim Aussteigen aus einem Zug von hinten angegriffen und seinen Kopf auf den Bahnsteig prallen lassen.

Der 20-Jährige erlitt einen Schädelbasisbruch. Das Duo hatte laut Anklage rechtsradikale Lieder gesungen und Parolen skandiert. Als einer von ihnen rief “Deutschland wird geführt von rechter Hand“, soll das spätere Opfer entgegnet haben: “Ganz bestimmt nicht“. Den Angeklagten wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Beide sind wegen erheblicher Gewalttaten vorbestraft.

dpa

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