100 Nackte als herzliches Kunstwerk

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Mehr Bilder von der Aktion sehen Sie in der Fotostrecke unten.

Gräfenhainichen - Nacktheit kann auch Kunst sein - das beweist nun ein Projekt mit 100 Musikfans. Der Initiator weiß natürlich auch um die erotische Komponente. Und gesteht, dass ihm bei der Aktion die Tränen kamen.

Am Wochenende rief Gerrit Starczewski dazu auf, die Hüllen fallen zu lassen: Beim Melt!-Festival in Gräfenhainichen trommelte er rund 100 Musikfans zusammen, die vor der Hauptbühne ein Herz formen sollten.

Die Aktion des 24-Jährigen erinnert an die Projekte des US-Starfotografen Spencer Tunick, der zuvor immer wieder Kunst und Nacktheit zusammengeführt hatte.

Rückblickend lobt Starczewski das Durchhaltevermögen seiner menschlichen Motive: "Die haben sich die Füße verbrannt", erinnert er sich im Gespräch mit unserem Portal. Eigentlich sollten sich alle auf den Asphalt legen und das Herz liegend statt stehend formen. Doch wegen der gleißenden Sonne war dies nicht möglich. Dennoch sind großartige Aufnahmen entstanden, die wir Ihnen hier zeigen dürfen:

Nakedheart: Die Bilder

Nakedheart: 100 Nackte formen ein Herz

Starczewski, der selbst nur Hut und Stiefel trug, hat magische Momente wahrgenommen. "Ich hätte es mir kaum schöner vorstellen können. Mir selbst kam eine Träne, weil es so friedlich war. Alle waren am Ende positiv berührt, so glücklich. Durch Nacktheit kann man Glückseligkeit und Euphorie auslösen."

Tatsächlich erinnern die Bilder in ihrer friedlichen Wirkung an Woodstock. Das bestätigt auch der 24-Jährige. "Jedes Festival hat seinen Ursprung bei Woodstock, aber die Ideale findet man heute kaum mehr. Es ging nicht darum, neue Dinge zu erfinden, sondern alte Dinge neu aufleben zu lassen."

Die Idee zu der Aktion sei ihm 2009 an selber Stelle gekommen, also ebenfalls vor der Hauptbühne des Festivals: "Letztes Jahr gab es einen Flitzer, der sich bei einer Band nackt ausgezogen hat. Da war ich hautnah dabei. Alle haben gestrahlt und gelacht bei diesem Typen. Er zeigte sich eigentlich nur so, wie er ist. Doch er hat eine riesige Euphorie ausgelöst." Diese Euphorie wollte er dieses Jahr in größerem Rahmen wiederbeleben.

Dass die Aktion für Wirbel sorgen würde, war Starczewski im Vorfeld schon klar. Und natürlich sieht er auch eine erotische Komponente in dem Kunstprojekt. "Das ist ja nichts Schlimmes. Wenn das jemand erotisch findet, ist das ein schöner Beigeschmack."

Links:

www.nakedheart.de

Video der Aktion

Doch die große Botschaft hinter der Aktion war natürlich eine andere, erklärt der Künstler: "Nakedheart sollte ein Zeichen setzen, dass man es sich klar macht, worauf es ankommt um Leben. Mensch zu sein. Liebe zu zeigen. Herz zu zeigen. Das Glück kann in kleinen Dingen liegen."

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