Tumulte auf Frankfurter Buchmesse

Münchner Verlagschef am Stand der „Jungen Freiheit“ brutal geschlagen 

Auf der Frankfurt Buchmesse hat es einen gewalttätigen Angriff am Stand der „Jungen Freiheit“ gegeben. Ein Münchner Verlagschef bekam bei einer Diskussion Fäuste statt Argumenten um die Ohren gehauen. 

Frankfurt/Main - Auf der Frankfurter Buchmesse ist es zu einem gewalttätigen Angriff am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ gekommen. Eine Sprecherin der Messe bestätigte am Samstag, dass am Freitag bei einer Lesung ein Zuhörer auf den Verleger des Trikont-Musikverlags zugegangen sei und ihn mit der Faust im Gesicht verletzt habe.

Eine Mitarbeiterin des Verlags veröffentlichte ein Foto von den Verletzungen ihres Chefs bei Facebook.

Trikont-Chef Achim Bergmann hatte demnach zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Der Angreifer sei kurzzeitig zur Feststellung seiner Personalien festgesetzt worden, berichtete die Messe weiter. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige. Der Münchner Verlag Trikont, vor 50 Jahren als Buchverlag gegründet, widmet sich heute der Musik.

Höcke-Auftritt löst Tumulte aus

Doch damit nicht genug: Am späten Samstagnachmittag hat ein Auftritt von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke zu tumultartigen Szenen geführt. Höcke war bei der Präsentation des Buches „Mit Linken leben“ des rechsgerichteten Antaios-Verlags dabei. Demonstranten protestierten mit Transparenten und Rufen wie „Nazis raus“ gegen die Veranstaltung. Höckes Anhänger skandierten „Jeder hasst die Antifa“. Die Polizei musste schlichtend eingreifen. Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ wegen lautstarker Proteste abgebrochen.

Der Auftritt rechtsgerichteter Verlage hat bereits vor der weltweiten Bücherschau für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Organisator der Messe - hat die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit begründet und zur „aktiven Auseinandersetzung“ aufgerufen.

dpa/vf

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