Mit Messer ins Herz gestochen

Zwei Jungen ermordet - Prozess gegen Vater beginnt

Ein Mann soll seine zwei Söhne, vier und fünf Jahre alt, brutal ermordet haben - mit einem Messer und einem Backstein. Nun beginnt der Prozess gegen den Vater, der sich an die Tat nicht erinnern kann.

Heilbronn - Zwei Kinder besuchen am Wochenende ihren Vater - als die Mutter sie abholen will, sind sie tot. Seit Mittwoch steht der Vater als Angeklagter vor dem Landgericht Heilbronn*. Ihm wird Totschlag vorgeworfen. Am ersten Prozesstag schilderte die Mutter, wie sie im Februar die beiden kleinen Söhne im Haus ihres Ex-Partners gefunden hat. Es sei alles voller Blut gewesen, sagte die 35-Jährige. Die Anklage geht bei dem 40 Jahre alten Vater von schweren Depressionen aus. Die Tat geschah in Vaihingen/Enz in Baden-Württemberg.

Einer der beiden Jungen habe regungslos auf einem Sofa gelegen. Der Vater habe daneben dagestanden. Zuerst habe sie gedacht, es müsse eine Falle des Mannes sein, der die Trennung nicht verkraftet habe, sagte die Mutter weiter. Sie sei auf die Straße gerannt, um Hilfe zu holen. Später erst habe eine Ärztin ihr gesagt, dass die Kinder tot seien.

Laut Gerichtsmedizin wurden die vier- und fünfjährigen Jungen mit einem Backstein auf den Kopf geschlagen. Außerdem wiesen sie Stichverletzungen am Herzen auf. Der angeklagte Vater kann sich nach einer Erklärung seines Verteidigers nicht an das Geschehen erinnern.

Laut Anklage soll der Mann unter einer Überdosis Antidepressiva gestanden haben. Der Angeklagte selbst sagte aus, er habe lediglich Schlaftabletten genommen. Dass er depressiv sei, habe er aus den Akten erfahren. Sein Verteidiger sprach davon, dass sich sein Mandant wiederholt als Zombie bezeichnet habe.

Die Staatsanwältin deutete in ihrer Anklageschrift an, dass am Ende des Verfahrens die Einweisung in eine psychiatrische Klinik stehen könnte. Mit einem Urteil wird am 12. Dezember gerechnet.

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dpa

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