Rettungskräfte wurden gestört

Unfassbar! Menschenmenge hindert Rettungsdienst an Wiederbelebung

Eine Gruppe mit bis zu 60 Personen hat Rettungskräfte in Frankfurt daran gehindert, einen 19-Jährigen wiederzubeleben.

Frankfurt/Main - Update vom 6. September: Obwohl bis zu 60 Menschen seine Wiederbelebung in Frankfurt erheblich erschwert haben, ist ein 19-Jähriger außer Lebensgefahr. Der junge Mann war am Montagnachmittag in der Frankfurter Innenstadt in der Nähe eines Fast-Food-Lokals an der Konstablerwache zusammengebrochen.

Sanitäter und Notarzt beim Erste-Hilfe-Einsatz behindert

Der junge Mann habe an der Konstablerwache in der Innenstadt dringend Hilfe gebraucht, teilte die Polizei am Dienstag mit. Doch die Sanitäter und der Notarzt seien massiv bedrängt und bei ihrer Arbeit am Montagnachmittag gestört worden.

Wie die „FAZ“ berichtete, ereignete sich der Vorfall gegen 16.50 Uhr an dem gut besuchten Platz in der Innenstadt. Ein Drogenkonsument lag bewusstlos am Boden. Als die Rettungskräfte gemeinsam mit einer Polizeistreife eintrafen, lief die Situation aus dem Ruder. Mehrere Passanten hätten sich um den bewusstlosen Mann gedrängt und versucht den Notarzt wie Polizei von dem Hilfesuchenden zurückzudrängen.

Polizeibeamte hätten versucht, beruhigend auf die Menschenmenge einzuwirken und haben sie dann zurückgedrängt - zunächst ohne Erfolg. Ein Polizist sei geschubst worden. Erst mit einer Verstärkung von sechs Streifen habe eine Absperrung errichtet und die Erste Hilfe ungestört geleistet werden können. Der bewusstlose 19-Jährige sei dann ins Krankenhaus gebracht worden.

Ein ebenfalls 19-Jähriger, der immer wieder lauthals zu Störungen aufgerufen habe, sei vorübergehend festgenommen worden. Zu den Motiven der Störer sagte die Polizei demnach, dass es bisher unklar sei, warum man die Rettungskräfte bei der Hilfe blockiert habe. Bei einigen der Störer sei davon auszugehen, dass es sich bei ihnen um Drogendealer handeln könnte, die an der Konstablerwache ihr Rauschgift verkauften. Der genaue Hergang wird nun aufgearbeitet.

Einsatzkräfte sind entsetzt

„Es scheint mittlerweile keine Hemmschwellen mehr zu geben, auch Rettungsdienst- und Feuerwehrkräfte anzugreifen oder massiv an ihrer Tätigkeit zu hindern“, kritisierte der Landesverband der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Offensichtlich müssten Einsatzkräfte künftig mit Stich- und Schusswesten ausgerüstet werden, sagte der Landesgruppenvorsitzende Sven Janneck. „Es scheint, dass die Gewaltspirale sich stetig weiter nach oben dreht.“

dpa

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