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Mascha Kaléko bei Google Doodle: Berühmte Dichterin floh vor Nazis ins Exil

Das Logo von Google zeigt ein farbenfrohes Bild, in dem eine Zeichnung von Mascha Kaléko von Blumen und Regenwolken umgeben ist und sie sich auf eine Schreibmaschine lehnt, die die Schriftzeichen Google zeigt
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Mascha Kaléko: Google Doodle ehrt die deutsche Dichterin

Das Logo von Google ehrt heute die deutsche Dichterin Mascha Kaléko. Sie zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen. Ihr Leben war geprägt von Schicksalsschlägen.

  • Google Doodle ehrt am Mittwoch, 16.09.2020, die deutsche Dichterin Mascha Kaléko.
  • Sie zählt zu den erfolgreichsten Dichterinnen.
  • Ihr Leben ist geprägt von ihrer Flucht vor dem Nationalsozialismus und ihrem Leben im Exil.

Kassel/Berlin - Das Logo von Google ist am Mittwoch, 16.09.2020, der deutschen Dichterin Mascha Kaléko gewidmet. Sie gilt als eine der wichtigsten Lyrikerinnen überhaupt und ist bekannt für ihre melancholischen, großstädtischen, aber auch saloppen Gedichte.

Mascha Kaléko ist eine Vertreterin der neuen Sachlichkeit - und die einzig weibliche, deutschsprachige Lyrikerin, die der Stilrichtung zugeordnet wird. Ihr Leben war geprägt von Schicksalsschlägen und dem Gefühl der Heimatlosigkeit. Im Nationalsozialismus wurden die Werke der Jüdin Mascha Kaléko verboten - sie emigrierte in die USA.

Google ehrt Mascha Kaléko: Eine der bedeutendsten Lyrikerinnen

Das Logo von Google zeigt eine ernst blickende Frau, Mascha Kaléko, die ihre Hände auf einer Schreibmaschine ablegt. Der Schriftzug „Google“ ist darauf zu erkennen. Umgeben ist sie von Blumen und Regenwolken. Natürlich nicht zufällig. Es ist eine Referenz an ihre Werke „Das bisschen Ruhm“ und „Die frühen Jahre“, in denen die beiden Metaphern eine Rolle spielen. In „Das bisschen Ruhm“ heißt es beispielsweise: „Was ähnelt wohl dem bißchen Ruhme / So sehr wie eine Treibhausblume?“

NameMascha Kaléko
Geboren07.906.1907, Chrzanów, Polen
Gestorben21.01.1975, Zürich, Schweiz
BedeutungEine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen

Google Doodle selbst ist eine grafische Veränderung des Logos zu besonderen Anlässen. Das Logo der Künstlerin Ramona Ring ist diesmal eine Hommage an die jüdische Dichterin Mascha Kaléko, die vor 45 Jahren in Zürich gestorben ist. Am 16.09.1974 hielt sie die letzte Lesung vor ihrem Tod in Berlin - der Grund, dass Google das Logo ihr heute widmet. Sie ist bekannt für ihre Großstadtlyrik, der geprägt ist, wie der Name impliziert, vom Leben und der Bedeutung einer Großstadt. Folgendes sind ihre bekanntesten Veröffentlichungen - manche sind posthum erschienen:

  • Das lyrische Stennogrammheft
  • Kleines Lesebuch für Große. Gereimtes und Ungereimtes
  • Die paar leuchtenden Jahre.

Google Logo zeigt Dichterin: Das bewegte Leben von Mascha Kaléko

Als Golda Malka Aufen kam die spätere Dichterin Mascha Kaléko in Österreich-Ungarn zur Welt, ihre Eltern waren österreichisch-jüdisch und russisch-jüdisch. Die Familie zog zu Beginn des Ersten Weltkriegs nach Deutschland, zunächst nach Frankfurt am Main, dann nach Marburg und schließlich nach Berlin.

1929 veröffentlichte Mascha Kaléko mit 22 Jahren ihre ersten Gedichte, die das Leben in Berlin in ihrem später für sie typisch werdenden melancholisch-heiteren Stil widerspiegelt. In dieser Zeitspanne kam sie in Kontakt mit dem Künstlerlokal „Romanisches Café“ in Berlin und damit mit Dichterinnen und Dichtern wie Joachim Ringelnatz und Else Lasker-Schüler.

Google ehrt Mascha Kaléko: Nazis zwingen die bedeutende Dichterin ins Exil

Mit ihren Veröffentlichungen hatte die junge Dichterin Erfolg und bald landete sie beim Rundfunk und dem Künstlerkabarett - Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Als Jüdin wurden ihre Werke als „schädliche" und "unerwünschte" Literatur gebrandmarkt - Mascha Kaléko emigrierte daraufhin 1938 mit ihrem Mann und Sohn nach New York in die USA.

Wie so viele weitere Literatinnen und Literaten war Mascha Kaléko im Exil plötzlich mit einem Gefühl der Heimatlosigkeit und Entwurzelung konfrontiert. Ihre Exil-Werke sind geprägt von ihrer Sehnsucht nach Berlin. Dieses Gefühl ist unter anderem in „Der kleine Unterschied“ zu finden: „Es sprach zum Mister Goodwill ein deutscher Emigrant:„Gewiß, es bleibt dasselbe, sag ich nun land statt Land, sag ich für Heimat homeland und poem für Gedicht. Gewiss, ich bin sehr happy: Doch glücklich bin ich nicht.“

Google Doogle zeigt Mascha Kaléko: Leben der Dichterin geprägt von Verlust

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Mascha Kaléko für eine Weile nach Westdeutschland zurück. Für ihren Mann wanderte sie abermals aus: diesmal nach Jerusalem. 1960 wurde ihr der „Fontane-Preis“ verliehen, den sie ablehnte, weil in der Jury ein ehemaliger SS-Mann saß.

Auch in Israel wurde Mascha Kaléko nicht heimisch. Ihr Leben blieb bis zu seinem Ende geprägt von dem tiefen Einschnitt, der ihre Emigration aus Berlin für sie bedeutete, aber auch vom Verlust ihres Sohnes 1968 und ihres Ehemanns fünf Jahre später. Dazu schrieb sie: „ Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muss man leben.“

Google und Mascha Kaléko: Eine Heimat fand die Dichterin nie wieder

1975 stirbt die bedeutende Dichterin Mascha Kaléko nach einer Reise nach Berlin auf dem Rückweg in Zürich an Krebs. Ihre Werke waren bis zu ihrem Tod mit 67 Jahren voller Wortwitz und übersprudelnd vor Energie, doch ab ihrem Exil zunehmend melancholisch, Verlust und Tod spielten eine große Rolle. Eine Annäherung an Berlin, ihrer einstigen Heimat, war ihr nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr möglich. Über ihren ersten Besuch nach dem Ende des Nationalsozialismus schrieb sie: „Und alles fragt, wie ich Berlin denn finde . . ./Wie ich es finde? Ach, ich such es noch!” (Katharina Ahnefeld)

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